Faszientraining

Gesunde Faszien, gesunder Rücken: Welche Rolle Faszien bei Rückenschmerzen spielen

veröffentlicht von Dr. rer. nat. Torsten Pfitzer in Faszien & Selbstmassage am 23.09.2026
Dr. rer. nat. Torsten PfitzerGanzheitlicher Schmerzspezialist & Gesundheitscoach

Dein Rücken fühlt sich steif an, du spürst ein dumpfes Ziehen zwischen den Schulterblättern oder im unteren Rücken – und eine ärztliche Untersuchung findet keine klare Ursache für die Rückenschmerzen? Dann lohnt sich ein Blick auf deine Faszien im Rücken – das Bindegewebenetzwerk, das deine Muskeln umhüllt, durchzieht und mit deiner Wirbelsäule verbindet. Es spielt eine größere Rolle für dein Wohlbefinden, als du vielleicht denkst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Faszien sind bindegewebige Hüllen und Strukturen, die die Muskeln, Organe, Nerven und Gefäße umgeben.
  • Die Thorakolumbal-Faszie bildet die größte zusammenhängende Faszienstruktur im Rücken.
  • Bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen zeigt die Thorakolumbal-Faszie eine messbar eingeschränkte Gleitfähigkeit. Schmerzen können zu Schonhaltungen führen, was die Schmerzen wiederum verstärken kann.
  • Bewegungsmangel, Stress und einseitige Belastungen können dazu beitragen, dass Rückenfaszien ihre Elastizität und Gleitfähigkeit verlieren.
  • Myofasziale Selbstmassage mit einer Faszienrolle, gezieltes Dehnen und regelmäßige Bewegung können die Beweglichkeit verbessern und Beschwerden lindern.
  • Bei anhaltenden, ausstrahlenden oder neurologischen Beschwerden solltest du ärztlichen Rat einholen.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Behandlung. Bei ersten Beschwerden ist deine Hausärztin oder ein Allgemeinmediziner die richtige erste Anlaufstelle. Bei anhaltenden oder ausstrahlenden Schmerzen empfiehlt sich zusätzlich eine orthopädische oder neurologische Fachpraxis.

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Was sind Faszien im Rücken?

Die Faszien im Rücken sind relativ dünne, aber äußerst zugfeste und gleichzeitig elastische Bindegewebsnetze, die deine gesamte Rückenmuskulatur, die Wirbelsäule und die umliegenden Strukturen durchziehen und zusammenhalten. Sie bestehen hauptsächlich aus Kollagenfasern, Elastin, Proteoglykanen und einem hohen Anteil Wasser.

Die wichtigste Faszienstruktur am Rücken ist die dreiblättrige Thorakolumbal-Faszie (auch: Fascia thoracolumbalis). Sie erstreckt sich vom Nacken über den gesamten Rücken bis zum Becken und verbindet die Rückenmuskulatur mit der Bauchmuskulatur, dem Gesäß und in der Kraftübertragung sogar mit den Beinen. Willard et al. (2012) beschreiben die Thorakolumbal-Faszie als eine mehrschichtige Struktur, die Kräfte zwischen Ober- und Unterkörper überträgt und damit eine Schlüsselrolle für die Stabilität des Rumpfes und der Wirbelsäule spielt.

Faszien sind dabei allerdings weit mehr als passive Hüllen. Eine histologische Untersuchung von Tesarz et al. (2011) an der Universität Heidelberg zeigt im Tiermodell und ergänzend in menschlichem Gewebe, dass die äußeren Schichten der Thorakolumbal-Faszie dicht mit schmerzleitenden Nervenfasern (Nozizeptoren) durchzogen sind. Deshalb gilt das Bindegewebe in der Faszienforschung heute als eines der größten Sinnesorgane des menschlichen Körpers.

Faszien können sich zudem aktiv zusammenziehen. Dafür sorgen sogenannte Myofibroblasten – kleine Zellen innerhalb der tiefen Faszienschicht, die ähnlich wie Muskelzellen auf Reize reagieren und Spannung im Gewebe erzeugen. Bei chronischem Stress oder dauerhafter Fehlbelastung können diese Zellen eine erhöhte Grundspannung aufrechterhalten – die Faszie versteift sich, auch ohne direkte muskuläre Ursache.

Zwischen den Faszienschichten befindet sich Hyaluronsäure, die als natürliches Gleitmittel dient (Willard et al., 2012). Wird dieses durch Flüssigkeitsmangel, Bewegungsmangel oder Entzündungsprozesse zähflüssiger, verlieren die Faszienschichten ihre Gleitfähigkeit, was die dicht verteilten Nozizeptoren aktiviert.

Gesunde Faszien hingegen sind flexibel, gleitfähig und gut durchfeuchtet – das ermöglicht schmerzfreie Bewegungen ohne Beeinträchtigung.

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Warum verlieren Rückenfaszien ihre Elastizität?

Die Faszien im Rücken können an Elastizität verlieren, wenn das Gleichgewicht zwischen Belastung und Erholung über längere Zeit gestört ist. Zu den häufigsten begünstigenden Faktoren gehören:

  • Bewegungsmangel und langes Sitzen: Einseitige Körperhaltungen verhindern einen ausreichenden Flüssigkeitsaustausch zwischen den Faszienschichten – die Faszien verlieren ihre Gleitfähigkeit.
  • Wiederholte Belastung: Monotone Bewegungsmuster erzeugen Gewebestress im myofaszialen System und können zu Spannungsungleichgewichten führen.
  • Verkürzter Hüftbeuger: Langes Sitzen kann dazu beitragen, dass die Hüftbeuger (Musculus iliopsoas) und ihre Faszien verkürzen. Die entstehende Zugspannung überträgt sich über die Thorakolumbal-Faszie auf den unteren Rücken und kann dort Beschwerden begünstigen.
  • Stress und psychische Belastung: Chronischer Stress kann dazu beitragen, dass sich Faszienspannungen dauerhaft im Körper festsetzen.
  • Schlafmangel: Guter Schlaf fördert die Regeneration von Faszien. Schlechter Schlaf kann sich ungünstig auf die Faszienelastizität auswirken.
  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr: Faszien enthalten einen hohen Anteil Wasser – ausreichend trinken unterstützt ihre Elastizität.
  • Verletzungen und Narbengewebe: Nach Verletzungen oder Operationen kann Narbengewebe die Gleitfähigkeit der Faszien einschränken.

„Die Faszie nimmt im wahrsten Sinne alle Formen von Stressoren in sich auf. Die meisten Menschen denken oft ausschließlich an körperliche Belastungen und wundern sich, wenn die körperlichen Bemühungen allein nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Faszienübungen sollten immer mit weiteren Maßnahmen wie Lebensstilanpassungen ergänzt werden.“

Dr. rer. nat. Torsten Pfitzer, ganzheitlicher Schmerzexperte und Rückenspezialist

Dr torsten pfitzer
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Welche Rolle spielen Faszien bei Rückenschmerzen?

Veränderungen in den Rückenfaszien werden zunehmend als ein möglicher Faktor bei unspezifischen Rückenschmerzen diskutiert. Wenn Faszien verkleben oder verfilzen und ihre Gleitfähigkeit verlieren, können Spannungsungleichgewichte entstehen, die das Zusammenspiel von Muskeln, Nerven und Gelenken beeinträchtigen. Dies kann Schmerzen im Rücken auslösen oder verstärken.

Eine Ultraschallstudie von Langevin et al. (2011) zeigt, dass die Thorakolumbal-Faszie bei Personen mit chronischen Rückenschmerzen im Vergleich zu schmerzfreien Kontrollpersonen eine um rund 20 Prozent reduzierte Gleitfähigkeit aufweist. Die Faszienschichten bewegen sich bei Betroffenen nicht mehr frei gegeneinander. Ob diese eingeschränkte Gleitfähigkeit die Schmerzen mitverursacht oder umgekehrt durch verändertes Bewegungsverhalten entsteht, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Klar ist: Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Fasziengesundheit und dem Schmerzgeschehen.

„Dass Faszien selbst eine relevante Schmerzquelle sein können, zeigen experimentelle Untersuchungen von Vogel et al. (2022) am Menschen sehr eindrucksvoll: Bei einer gezielten Reizung der Thorakolumbalfaszie wurden stärkere und länger anhaltende Schmerzen sowie größere Schmerzausbreitungsgebiete gemessen als bei einer vergleichbaren Reizung der Rückenmuskulatur. Die Faszie sollte deshalb bei unspezifischen Rückenschmerzen immer mitgedacht werden.“

Dr. rer. nat. Torsten Pfitzer, ganzheitlicher Schmerzexperte und Rückenspezialist

Dr torsten pfitzer 2020 11 05 145739

Wird die Hyaluronsäure zwischen den Faszienschichten zähflüssiger – etwa durch Bewegungsmangel oder Entzündungsprozesse – verlieren die Schichten ihre Gleitfähigkeit. Die dicht verteilten Nozizeptoren in der Thorakolumbal-Faszie registrieren den erhöhten mechanischen Druck und senden Schmerzsignale. So können fasziale Veränderungen zu einem sich selbst verstärkenden Kreislauf beitragen: Schmerz führt zu Schonhaltung, Schonhaltung verstärkt die Verklebung.

Gehen Schmerzen gemeinsam von Faszien und Muskeln aus, spricht man vom myofaszialen Schmerzsyndrom. Faszien können Spannungen entlang sogenannter myofaszialer Zugbahnen durch den gesamten Körper übertragen. So kann beispielsweise eine Verhärtung im Bereich der Hüfte zu Beschwerden im oberen Rücken beitragen. Myers (2020) beschreibt in seinem Anatomy-Trains-Modell diese Zugbahnen als zusammenhängende Ketten aus Muskeln und Faszien, die Kräfte über mehrere Gelenke hinweg weiterleiten.

Mehr über Schmerzen durch Faszien und ihre häufigsten Ursachen erfährst du in unserem Ratgeber zu diesem Thema.

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Wie fühlen sich fasziale Rückenbeschwerden an?

Fasziale Rückenbeschwerden fühlen sich oft dumpf, ziehend und großflächig an – und unterscheiden sich damit deutlich von akuten Verletzungen oder Nervenschmerzen. Typische Anzeichen:

  • Großflächiges Ziehen: Der Schmerz breitet sich über einen größeren Bereich aus, z. B. vom unteren Rücken bis in die Hüfte oder zwischen den Schulterblättern.
  • Steifheit oder Rückenschmerzen nach dem Schlafen: Besonders nach dem Aufstehen fühlt sich der Rücken steif und unbeweglich an – die Beschwerden bessern sich durch Bewegung.
  • Schmerzen an der Grenze der Bewegung: Bewegungen fühlen sich eingeschränkt an und schmerzen besonders am Ende der Mobilität.
  • Besserung durch lockere Bewegung: Im Gegensatz zu akuten Verletzungen werden fasziale Beschwerden durch sanfte Bewegung eher besser als schlechter.
  • Druckempfindliche Stellen: An bestimmten Punkten im myofaszialen Gewebe kannst du schmerzhafte Verhärtungen ertasten, sogenannte Triggerpunkte.

Einfacher Selbsttest: Lege dich auf den Rücken und ziehe ein Knie langsam zur Brust. Spürst du ein ziehendes, großflächiges Spannungsgefühl im unteren Rücken oder Gesäß, das sich bei wiederholter Bewegung leicht bessert? Das könnte auf fasziale Spannungen hindeuten.

Aber Achtung: Dieser Test ersetzt keine ärztliche Diagnose.

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Rückenschmerzen durch verklebte Faszien oder Bandscheibenvorfall – wie unterscheidest du das?

Fasziale Rückenschmerzen und ein Bandscheibenvorfall können ähnliche Beschwerden auslösen, unterscheiden sich aber in Schmerzcharakter, Ausstrahlung und Begleitsymptomen.

Fasziale Rückenschmerzen fühlen sich typischerweise diffus und großflächig an – sie reagieren positiv auf Bewegung und treten ohne neurologische Warnsignale auf. Ein Bandscheibenvorfall zeigt dagegen ein deutlich anderes Muster – die Schmerzen sind schärfer, oft klar lokalisierbar und können mit neurologischen Symptomen einhergehen.

Merkmal

Fasziale Rückenschmerzen

Bandscheibenvorfall

Schmerzcharakter

dumpf, ziehend, großflächig

stechend, scharf, oft punktuell

Ausstrahlung

entlang myofaszialer Zugbahnen, großflächig

häufig ins Bein (Ischias), klar abgrenzbar

Reaktion auf Bewegung

bessern sich durch lockere Bewegung

können sich durch bestimmte Bewegungen verschlimmern

Neurologische Symptome

selten Taubheit, keine Lähmungen

möglich: Kribbeln, Taubheit, Muskelschwäche

Morgensteifigkeit

typisch, bessert sich nach einigen Minuten

weniger typisch

Druckempfindlichkeit

Verhärtungen in der Muskulatur tastbar

Schmerz eher bei Belastung der Wirbelsäule

Treten neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln in den Beinen, Lähmung oder Muskelschwäche auf, solltest du zeitnah eine orthopädische oder neurologische Fachpraxis aufsuchen. Diese Symptome können auf einen Bandscheibenvorfall oder eine Nervenwurzelreizung hindeuten und erfordern eine ärztliche Abklärung.

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Was hilft bei verklebten Rückenfaszien?

Die wirksamste Strategie bei verklebten Rückenfaszien ist eine Kombination aus gezielter Selbstmassage, Bewegung und Lebensstilanpassungen. Eine Metaanalyse von Wiewelhove et al. (2019) mit 21 Studien zeigt kleine positive Effekte von Foam Rolling bzw. Roller Massage: Vor dem Training verbesserte sich die Flexibilität geringfügig, nach dem Training wurde die wahrgenommene Muskelschmerzhaftigkeit etwas reduziert.

„Bei Faszientraining geht es nicht darum, ein vermeintlich verklebtes Gewebe mit möglichst viel Druck mechanisch ‚freizurollen‘. Entscheidend sind regelmäßige und abwechslungsreiche Reize: Druck, Zug und Bewegung sprechen das myofasziale Gewebe ebenso wie das Nervensystem an. Genau diese Kombination macht Faszientraining für mich so wertvoll.“

Dr. rer. nat. Torsten Pfitzer, ganzheitlicher Schmerzexperte und Rückenspezialist

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Myofasziale Selbstmassage mit der Faszienrolle

Die myofasziale Selbstmassage mit einer Faszienrolle gehört zu den am besten untersuchten Methoden, um die Beweglichkeit im Rücken zu verbessern, Muskelverspannungen zu lösen und Beschwerden zu lindern. Stell dir eine Faszie wie einen Schwamm vor: Beim Rollen wird sie ausgepresst und füllt sich anschließend wieder mit frischer, nährstoffreicher Flüssigkeit.

Ob Foam Rolling tatsächlich Verklebungen im Gewebe löst, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend bewiesen. Die positiven Effekte auf Beweglichkeit und Schmerzempfinden sind jedoch gut belegt: Behm et al. (2020) fassen zusammen, dass Foam Rolling die Beweglichkeit akut steigern kann, ohne die Muskelkraft negativ zu beeinflussen. Wahrscheinlich aktiviert das Rollen Mechanorezeptoren (druckempfindliche Sinneszellen in der Faszie) und reguliert dabei das Nervensystem.

So wendest du die Faszienrolle am Rücken an:

  1. Rolle langsam und kontrolliert – zu schnelles Rollen mindert den Effekt.
  2. Atme bewusst und tief – längeres Ausatmen aktiviert den Parasympathikus und fördert die Entspannung.
  3. Beginne mit leichtem Druck und steigere ihn nach Bedarf.
  4. Verweile an besonders verspannten Stellen für 20–60 Sekunden.
  5. Wende die Faszienrolle regelmäßig an – idealerweise 2–3-mal pro Woche.

Ein Tool wie die BLACKROLL STANDARD eignet sich besonders gut für die großflächige Selbstmassage des Rückens. Für gezieltere Arbeit an einzelnen Triggerpunkten kann ein Faszienball wie der BALL 08 hilfreich sein – oder der BALL 12 für eine etwas großflächigere und weniger intensive Bearbeitung der Schmerzpunkte.

Gezieltes Dehnen und Mobilisieren

Ergänzend zur Selbstmassage helfen Dehnübungen, die Rückenfaszien geschmeidig zu halten:

  • Lang gehaltene Dehnpositionen: 60–90 Sekunden halten, um das myofasziale Gewebe über einen längeren Zeitraum unter Dehnung zu bringen und langfristige Anpassungsprozesse im Bindegewebe zu unterstützen.
  • Dynamische Mobilisation der Wirbelsäule: Rotations- und Seitneigungsübungen, die die Thorakolumbal-Faszie in verschiedene Richtungen beanspruchen.

Auch Yin Yoga eignet sich besonders gut, um Faszien im Rücken anzusprechen: Die Positionen werden lange gehalten (3–5 Minuten) und erreichen so die tieferen Gewebeschichten. Positionen wie die Sphinx, der Schmetterling oder die Raupe dehnen gezielt die Faszien entlang der Wirbelsäule. Schon 15–20 Minuten pro Woche können einen spürbaren Unterschied machen.

Faszienrolle Ruecken

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Unsere Übungsroutine zeigt myofasziale Selbstmassage speziell für deinen Rücken.

Lebensstilanpassungen

Für die Faszien im Rücken ebenso wie im ganzen Körper gilt das Motto „Use it or lose it“: Das Gewebe braucht regelmäßige, abwechslungsreiche Bewegung, um gesund zu bleiben. Ein aktiver und gesunder Lebensstil trägt wesentlich zur Elastizität deiner Faszien bei und kann so helfen, Beschwerden wie Rückenschmerzen zu vermeiden.

Das kannst du für gesunde Faszien im Rücken tun:

  • Regelmäßige Bewegungspausen: Bei sitzender Tätigkeit oder einseitiger Körperhaltung im Alltag sind Bewegungspausen besonders wichtig.
  • Ausreichend trinken: Nimm mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich zu dir.
  • Stressmanagement und guter Schlaf: Beides unterstützt die Regeneration der Faszien.
  • Faszienfreundliche Ernährung: Faszien bestehen vor allem aus Kollagen. Dein Körper braucht Vitamin C und ausreichend Protein, um dieses Strukturprotein aufzubauen. Die Kollagensynthese (also die körpereigene Neubildung von Kollagen) profitiert von einer abwechslungsreichen Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Eiweiß.

Faszien-Tipps für den Büroalltag: Langes Sitzen kann dazu beitragen, dass die Rückenfaszien an Elastizität verlieren. Stehe alle 30–60 Minuten kurz auf, bewege deine Wirbelsäule in alle Richtungen und dehne die Hüftbeuger. Schon 2 Minuten Bewegung können die Durchfeuchtung der Faszien verbessern.

Häufige Fragen zu Faszien und Rückenschmerzen

Die wirksamste Methode ist eine Kombination aus myofaszialer Selbstmassage mit einer Faszienrolle, gezieltem Dehnen und regelmäßiger Bewegung. Rolle langsam und kontrolliert über die betroffenen Bereiche, verweile an verspannten Stellen, atme gleichmäßig und wende die Übungen 2–3-mal pro Woche an. Ergänzend helfen Lebensstilanpassungen wie Stressreduktion und ausreichend Schlaf.

Erste Verbesserungen kannst du oft schon nach wenigen Anwendungen spüren – die Beweglichkeit nimmt zu und die Steifheit lässt nach. Für eine nachhaltige Veränderung der Faszienstruktur solltest du jedoch mehrere Wochen regelmäßig trainieren. Eine Meta-Analyse von Konrad et al. (2022) zeigt, dass regelmäßiges Foam Rolling über mehrere Wochen den Bewegungsumfang verbessern kann. Dabei zeigten Interventionen von mehr als vier Wochen größere Effekte als kürzere Programme.

Ja, Wärme kann helfen, weil sie die Durchblutung im Gewebe verbessert und zur Entspannung der Muskulatur beiträgt. Die Wärme fördert zudem den Kollagenumbau. Eine Wärmflasche auf dem unteren Rücken für 15–20 Minuten kann die Faszien auf eine anschließende Selbstmassage oder Dehnübung vorbereiten und die Wirksamkeit der Übungen unterstützen.

Beide Trainingsformen ergänzen sich ideal. Faszientraining (Selbstmassage, Dehnen) verbessert die Gleitfähigkeit und Elastizität der Faszien, während Krafttraining die Muskulatur stärkt und die Wirbelsäule stabilisiert. Die Kombination bringt den größten Nutzen: Starte mit Faszientraining, um Verklebungen zu lösen, und ergänze Kräftigungsübungen für langfristige Stabilität.

Ja, verklebte Faszien können lokale Entzündungsreaktionen begünstigen. In der Faszienforschung wird diskutiert, dass Fasziengewebe bei Überlastung oder Mikrotraumata entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) freisetzen kann. Diese lokalen Entzündungsreaktionen erhöhen die Schmerzempfindlichkeit der Nozizeptoren in der Faszie – oft als sogenannte „stille Entzündungen“, weil sie keine klassischen Zeichen wie Rötung oder Schwellung verursachen, aber zu chronischen Beschwerden beitragen können. Corey et al. (2012) zeigen in einem Tiermodell und menschlichen Gewebeproben, dass solche Entzündungsprozesse im Bindegewebe des unteren Rückens die mechanische Empfindlichkeit messbar erhöhen – und dass gezieltes Dehnen die Entzündungsreaktion reduzieren konnte. Ob sich diese Ergebnisse direkt auf den Menschen übertragen lassen, ist noch nicht abschließend geklärt. Es ist aber naheliegend, dass regelmäßige Bewegung und myofasziale Selbstmassage dabei helfen können, diese Prozesse zu regulieren.

Beide Ansätze können bei faszialen Rückenbeschwerden sinnvoll sein und schließen sich nicht aus. Physiotherapie bietet gezielte Übungsanleitungen und manuelle Techniken wie Myofascial Release. Das ist besonders hilfreich, wenn du ein individuelles Übungsprogramm brauchst. Osteopathie betrachtet den Körper ganzheitlicher und kann sinnvoll sein, wenn deine Beschwerden mit Problemen in anderen Körperbereichen zusammenhängen. In der Praxis profitieren viele Betroffene von einer Kombination beider Ansätze.

Für die großflächige Selbstmassage des Rückens eignet sich die BLACKROLL STANDARD besonders gut. Für gezielte Arbeit an Triggerpunkten empfehlen wir den BALL 08 – für großflächigere und weniger intensive Bearbeitung den BALL 12. Die BLACKROLL MAT bietet eine rutschfeste Unterlage für deine Übungen. Starte mit der Rolle für die großflächige Massage und arbeite anschließend gezielt mit dem Ball.

Quellen

Behm, D. G., Alizadeh, S., Hadjizadeh Anvar, S., Mahmoud, M. M. I., Ramsay, E., Hanlon, C., & Cheatham, S. (2020). Foam rolling prescription: A clinical commentary. Journal of Strength and Conditioning Research, 34(11), 3301–3308. https://doi.org/10.1519/JSC.0000000000003765

Corey, S. M., Vizzard, M. A., Bouffard, N. A., Badger, G. J., & Langevin, H. M. (2012). Stretching of the back improves gait, mechanical sensitivity and connective tissue inflammation in a rodent model. PLoS ONE, 7(1), e29831. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0029831

Konrad, A., Nakamura, M., Tilp, M., Donti, O., & Behm, D. G. (2022). Foam rolling training effects on range of motion: A systematic review and meta-analysis. Sports Medicine, 52(10), 2523–2535. https://doi.org/10.1007/s40279-022-01699-8

Langevin, H. M., Fox, J. R., Koptiuch, C., Badger, G. J., Greenan-Naumann, A. C., Bouffard, N. A., Konofagou, E. E., Lee, W.-N., Triano, J. J., & Henry, S. M. (2011). Reduced thoracolumbar fascia shear strain in human chronic low back pain. BMC Musculoskeletal Disorders, 12, 203. https://doi.org/10.1186/1471-2474-12-203

Myers, T. W. (2020). Anatomy Trains: Myofascial Meridians for Manual Therapists and Movement Professionals (4. Aufl.). Elsevier.

Tesarz, J., Hoheisel, U., Wiedenhöfer, B., & Mense, S. (2011). Sensory innervation of the thoracolumbar fascia in rats and humans. Neuroscience, 194, 302–308. https://doi.org/10.1016/j.neuroscience.2011.07.066

Vogel, C., Hoheisel, U., Frank, C., Mense, S., & Treede, R.-D. (2022). Dose-dependent pain and pain radiation after chemical stimulation of the thoracolumbar fascia and multifidus muscle: A single-blinded, cross-over study revealing a higher impact of fascia stimulation. Life, 12(3), 385. https://doi.org/10.3390/life12030340

Wiewelhove, T., Döweling, A., Schneider, C., Hottenrott, L., Meyer, T., Kellmann, M., Pfeiffer, M., & Ferrauti, A. (2019). A meta-analysis of the effects of foam rolling on performance and recovery. Frontiers in Physiology, 10, 376. https://doi.org/10.3389/fphys.2019.00376

Willard, F. H., Vleeming, A., Schuenke, M. D., Danneels, L., & Schleip, R. (2012). The thoracolumbar fascia: Anatomy, function and clinical considerations. Journal of Anatomy, 221(6), 507–536. https://doi.org/10.1111/j.1469-7580.2012.01511.x