Schienbeinkantensyndrom: 6 Übungen gegen Schmerzen

Ein Schienbeinkantensyndrom sorgt für Schmerzen im Unterschenkel. Mit diesen 6 Übungen kannst du aktiv entgegenwirken.
Dauer
- 23 Minuten
- 6 Übungen
Schienbeinkantensyndrom selbst behandeln
Du hast ein Schienbeinkantensyndrom? Also einen stechenden Schmerz an der Vorderseite des Schienbeins? Es gibt verschiedene Gründe, wieso du unter diesem Syndrom leiden könntest, eine mögliche Ursache ist das Tragen der falschen Schuhe. Wenn du nach Übungen suchst, mit denen du den Heilungsprozess unterstützen kannst, dann ist dieses Video für dich. Unser Mastertrainer Stefan zeigt dir, wie du dein Schienbeinkantensyndrom selbst behandeln kannst.
Schienbeinkantensyndrom vorbeugen
Prävention ist immer besser als Schmerzlinderung. Wenn du früh genug Maßnahmen ergreifst, steigen deine Chancen, dass es erst gar nicht zu einem Schienbeinkantensyndrom kommt.
Hier sind unsere Top 4 Tipps um dem Schienbeinkatensyndrom vorzubeugen.
Tipp 1: Steigere dein Trainingspensum langsam.
Es ist wichtig, dein Trainingsvolumen nicht zu schnell zu erhöhen, damit sich deine Strukturen stetig an die Belastung gewöhnen können. Eine gute Methode ist die sogenannte 10-Prozent-Regel. Das Prinzip besteht darin, deine wöchentliche Kilometerleistung oder Trainingsdauer um höchstens 10 Prozent zu steigern. Angenommen, du läufst derzeit 30 Kilometer pro Woche und möchtest dein Training intensivieren, dann erhöhe in der nächsten Woche deine Strecke um höchstens 3 Kilometer. Auf diese Weise gewährleistest du, dass sich deine Muskeln, Sehnen und Bänder allmählich an die gesteigerte Belastung anpassen können.
Tipp 2: Regeneration ist der Schlüssel zum Erfolg.
Es ist ratsam, die Regeneration zu priorisieren. Lege Erholungswochen ein, in denen du weniger Kilometer zurücklegst. Zum Beispiel könntest du jede vierte Woche als Regenerationswoche planen. Auch nach einem intensiven Wettkampf wie einem Marathon kann es sinnvoll sein, deinem Körper zunächst eine Pause zu gönnen und das Laufpensum deutlich zu reduzieren.
Tipp 3: Führe unser empfohlenes Trainingsprogramm durch.
Am Anfang dieses Artikels hast du unser Trainingsprogramm für Shin Splints kennengelernt. Am besten ist es, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, indem du die vorgestellten Übungen regelmäßig durchführst, auch wenn du noch keine Schmerzen hast. Bereits 2-4 Mal pro Woche können einen großen Unterschied machen.
Tipp 4: Ergänze dein Lauftraining mit anderen Sportarten.
Das Laufen ist eine repetitive und monotone Bewegung. Wenn du dich ausschließlich dem Laufen widmest, trainierst du immer dieselben Muskelgruppen. Daher ist es ratsam, mindestens eine alternative Sportart zu wählen, die andere Muskelgruppen anspricht oder andere Fähigkeiten entwickelt. Versuche Krafttraining, gehe schwimmen oder probiere Yoga aus. In dem folgenden Video findest du eine Yoga-Einheit speziell für Läufer.
Hilft Schienbein dehnen bei Shin Splints?
Rein biomechanisch betrachtet ist das Schienbein dehnen nicht die sinnvollste Methode, um Shin Splints zu lindern. Der Grund dafür liegt darin, dass der Schienbeinmuskel ohnehin eher zur Abschwächung neigt.
Die Wadenmuskulatur hingegen tendiert eher dazu, sich zu verspannen und funktionell zu verkürzen. Bei Personen, die unter dem Schienbeinkantensyndrom leiden, empfehlen wir daher eher Dehnübungen für die Wadenmuskulatur.
Beim Dehnen solltest du vor allem den großen Wadenmuskel (Gastrocnemius) dehnen, der auf der Rückseite des Unterschenkels verläuft, sowie den darunterliegenden kleinen Wadenmuskel (Soleus). Es ist wichtig, die Übungen präzise und ohne Stress durchzuführen. Während der Dehnübungen solltest du auch keinen zu starken Schmerz verspüren. Auf einer Skala von 1 bis 10 sollte dieser nicht über 6 liegen.
Eine effektive Übungsroutine zum Wadendehnen zeigt dir unser Master Trainer Stefan im folgenden Video.
Schienbeinmuskel trainieren
Ein weiterer Faktor, der Shin Splints begünstigen kann, ist ein zu schwacher Schienbeinmuskel (m. tibialis anterior). Wenn dieser Muskel zu schwach ist, kann es beim Laufen dazu kommen, dass er die ungewohnt hohe Belastung nicht verkraftet. Die Folge kann eine Überbelastung sein.
Mit dieser Übung kannst du deinen Schienbeinmuskel trainieren. Führe 2-3x 15 Wiederholungen pro Seite durch.
Schienbein Aktivierung
Setze dich in einen Langsitz. Lege ein SUPER BAND um die Fußspitze eines Beines. Bewege aktiv dein Sprunggelenk, sodass deine Fußspitze im Wechsel zu dir und von dir weg zeigt. Halte die End-Position für zwei bis drei Sekunden, ehe du die Fußspitze wieder von dir wegbewegst.

Shin Splints schnell loswerden – Was hilft?
Die Ursache für Beschwerden im Schienbein kann oft auf übermäßige exzentrische Belastung zurückgeführt werden, die zu Reizungen der Muskulatur am Knochen führt.
In schweren Fällen kann dies zu einer Genesungszeit von 2-4 Wochen führen, während der natürliche Heilungsprozess in der Regel 4-6 Wochen dauert. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass du nicht die gesamte Zeit Schmerzen haben musst und auch nicht vollständig mit dem Laufen aufhören musst.
Wenn du Shin Splints schnell loswerden möchtest, solltest du die folgenden 2 Tipps beachten.
Tipp 1: Bekomme deine Schwellungen unter Kontrolle.
Um die Schwellung zu reduzieren und die Genesung zu fördern, ist es entscheidend, Stauungen zu beseitigen. Dies kann durch Kompression und Hochlegen des betroffenen Bereichs erreicht werden. Ziel ist es, die Schwellung aus dem Unterschenkel herauszubekommen.
Kompressionssocken oder COMPRESSION BOOTS können Abhilfe schaffen.
Tipp 2: Stelle den Bewegungsradius wieder her.
Während der Genesung ist es wichtig, schmerzfreie Bewegungen durchzuführen und die Belastung auf das Schienbein zu steigern. Dies trägt dazu bei, die normale Beweglichkeit wiederherzustellen und den Heilungsprozess zu unterstützen.
Shin Splints Übungen mit dem BLACKROLL® TRIGGER
Wenn du einen TRIGGER zuhause hast, haben wir dir im Folgenden 3 ergänzende Shin Splints Übungen zusammengestellt, mit denen du tiefliegende Verspannungen in der Muskulatur deines Unterschenkels lösen kannst.
Suche dir schmerzhafte Punkte und bleibe auf diesen für mindestens 90 Sekunden oder so lange bis die Spannung spürbar nachlässt.
Triggerpunktmassage Wade
Platziere deine Wade im Liegen auf dem TRIGGER. Suche dir einen Schmerzpunkt. Verbleibe auf dem Punkt und übe etwas Druck aus. Bewege den TRIGGER von der Außenseite zur Innenseite. Entspanne die Muskulatur. Konzentriere dich auf deine Atmung. Bewege deinen Fuß auf und ab sobald der erste Schmerz nachgelassen hat.

Triggerpunktmassage Unterschenkel
Platziere deinen seitlichen Unterschenkel auf dem TRIGGER. Suche einen Schmerzpunkt. Verbleibe auf dem Punkt. Entspanne dein Bein. Konzentriere dich auf deine Atmung.

Triggerpunktmassage Schienbein
Platziere deine Schienbeinmuskulatur auf dem TRIGGER. Suche einen Schmerzpunkt. Verbleibe auf dem Punkt. Entspanne dein Bein. Konzentriere dich auf deine Atmung. Bewege deinen Fuß sobald der erste Schmerz nachgelassen hat.


Einbeiniges Wadenheben
Stelle dich mit der Fußspitze eines Beines auf den BLOCK vor eine Wand. Deine Ferse befindet sich frei in der Luft. Drücke dich hoch in den Zehenstand. Lasse deine Ferse wieder langsam und kontrolliert nach unten. Wenn dir die Übung schwer fällt, stelle dich mit beiden Fußspitzen auf den BLOCK. So ist deine Wadenmuskulatur weniger belastet.

Good Mornings
Starte im Schulterbreiten Stand. Die Knie sind leicht gebeugt. Halte die BLACKROLL zwischen deinen, über Kopf gestreckten Händen. Schiebe dein Becken zurück. Komme mit geradem Rücken nach vorne. Bewege dich zurück in die Ausgangsposition. Beuge deinen Oberkörper soweit nach vorne bis du eine Dehnung in deiner Oberschenkelrückseite verspüren kannst.

Ausfallschritt
Starte in der Ausfallschrittposition. Platziere deinen hinteren Fuß auf der BLACKROLL. Richte deinen Oberkörper auf. Senke dein Gesäß langsam nach unten ab. Das vordere Knie soll einen rechten Winkel erreichen. Bewege dich zurück in die Ausgangsposition. Achte darauf, dass dein vorderes Knie direkt oberhalb von deinem Sprunggelenk steht und sich dein Oberkörper nicht nach vorne neigt. Falls du keine BLACKROLL zur Hand hast, kannst diese Übung natürlich auch ohne durchführen.

Front Kniebeuge
Stelle dich hüftbreit auf das SUPER BAND. Platziere das andere Ende auf den Schultern. Überkreuze deine Hände. Halte deinen Oberkörper aufrecht. Gehe möglichst tief in die Knie. Kehre in die Ausgangsposition zurück.

Waden Dehnung
Stelle dich in Schrittstellung vor eine Wand. Stütze dich mit den Händen ab. Verlagere dein Körpergewicht auf das vordere Bein. Achte darauf, dass die gesamte Fußsohle des hinteren Beines komplett auf dem Boden aufsetzt. Das Kniegelenk ist gestreckt.

Waden-Dehnung mit unserer Mini
Starte im aufrechten Stand. Platziere den Ballen deines Fußes auf der Faszienrolle. Die Ferse bleibt auf dem Boden, das Knie ist gestreckt. Verlagere dein Gewicht nach vorne. Erhöhe damit die Dehnung in deiner Fußsohle bzw. Wadenmuskulatur. Um die Muskeln in der Länge zu kräftigen, drücke mit der Fußsohle in die Rolle. Löse die Anspannung. Gehe noch ein wenig weiter in die Dehnung.

Unter anderem kann auch das Dehnen deines Sprunggelenks solch eine Verletzung vorbeugen.
Sprunggelenk-Mobilisation
Stelle den Vorfuß auf die MINI. Schiebe das Knie in verschiedene "Richtungen" über die Fußspitze hinaus. Halte die Ferse währenddessen fest am Boden.

Kompressionsstrümpfe oder auch unsere Compression-Boots können ebenfalls helfen ein Schienbeinschmerzen und allgemeine Schmerzen in den Beinen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Einige Studien lassen darauf schließen, dass solche Strümpfe bei der Vorbeugung oder Behandlung des Schienbeinkantensyndroms hilfreich sein können.
Massage des Schienbeins
Starte im Vierfüßlerstand. Lege dein Schienbein auf die BLACKROLL. Rotiere den Fuß leicht nach innen. Rolle langsam dein Schienbein vom Knie bis zum Sprunggelenk aus.

Schienbein-Aktivierung
Lege das BLACKROLL LOOP BAND in sitzender Position um die Füße. Winkel ein Bein an. Halte das andere Bein gestreckt. Bewege den Fuß des gebeugten Beines auf und ab. Wechsle anschließend die Beine.

Aktivierende Sprünge
Stelle dich in einen hüftbreiten Stand. Die Knie sind leicht gebeugt. Mache kleine Sprungbewegungen auf der Stelle. Achte darauf, dass es federnde Bewegungen sind. Springe in alle Richtungen.











