Barbara B
Barbara Birke

Die Wechseljahre bringen für viele Frauen eine Reihe von Herausforderungen mit sich: Mehr als 30 körperliche, psychische und kognitive Symptome können mit der hormonellen Umstellung und dem sinkenden Östrogenspiegel zusammenhängen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Brain Fog und Hitzewallungen. Damit bist du nicht allein: Bis zu 80 Prozent aller Frauen erleben Wechseljahresbeschwerden, bei etwa einem Drittel sind diese so ausgeprägt, dass die Lebensqualität und der Alltag deutlich beeinträchtigt sein können. 

Wir beleuchten die häufigsten Veränderungen und Beschwerden in den Wechseljahren und geben kurze Lösungsansätze, die deine Symptome lindern können.

Kurz zusammengefasst

  • Wechseljahres-Symptome sind vielfältig: Hitzewallungen und Nachtschweiß zählen ebenso dazu wie Schlafstörungen, Erschöpfung, Gelenkschmerzen, Brain Fog, Gewichtszunahme oder Scheidentrockenheit.
  • Die Beschwerden können sich schon vor der Menopause zeigen: Erste Symptome treten häufig bereits während der Perimenopause auf, obwohl der Zyklus noch regelmäßig sein kann.
  • Schlaf, Psyche und körperliches Wohlbefinden hängen eng zusammen: Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme können sich gegenseitig verstärken.
  • Auch Bewegungsapparat und Urogenitalbereich können betroffen sein: Gelenk- und Muskelschmerzen, Beckenbodenbeschwerden, Inkontinenz oder wiederkehrende Blasenentzündungen sind mögliche Begleiterscheinungen.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Linderung: Bewegung und Krafttraining, Lebensstilmaßnahmen sowie individuell passende hormonelle oder andere medizinische Therapien können unterstützen.
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Symptome der Wechseljahre auf einen Blick

Die Symptome des Klimakteriums sind vielfältig und verändern sich oft im Verlauf: Zu den häufigsten Beschwerden gehören Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme und „Brain Fog“, Gelenkschmerzen, Gewichtszunahme, Hautveränderungen sowie vaginale Trockenheit und Veränderungen im Menstruationszyklus. Auch Beckenbodenbeschwerden, Inkontinenz oder häufiger Harndrang können nach und nach auftreten. Im weiteren Verlauf verändert sich häufig auch der Menstruationszyklus, bevor schließlich die letzte Regelblutung eintritt. Besonders typisch für die Wechseljahre sind außerdem Hitzewallungen und Nachtschweiß, die bei vielen Frauen erst im Verlauf stärker in den Vordergrund treten.

Ein ganzes Potpourri an Beschwerden – dennoch unterscheiden sich Art, Intensität und Häufigkeit der Symptome von Frau zu Frau. Sie hängen vom individuellen Hormonhaushalt und der jeweiligen Phase der Wechseljahre ab. Die ersten Symptome der Wechseljahre können bereits auftreten, obwohl dein Menstruationszyklus noch regelmäßig ist. Gerade deshalb werden die Beschwerden anfangs häufig nicht mit den hormonellen Veränderungen in Verbindung gebracht.

Wir zeigen dir im Detail, welche Symptome je nach Körperbereich auftreten können, und bieten dir einen ersten Selbst-Check, ob deine aktuellen Beschwerden mit den Wechseljahren zusammenhängen könnten.

Quick-Jump: Die wichtigsten Wechseljahres-Symptome nach Körperbereich

  • Vasomotorische Symptome: Hitzewallungen, Nachtschweiß
  • Schlaf & Energie: Schlafstörungen inklusive Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten, Müdigkeit, Erschöpfung
  • Psyche & Gehirn: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme
  • Bewegungsapparat: Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Knochenabbau (Osteopenie und Osteoporose)
  • Urogenitalbereich: Scheidentrockenheit, Beckenbodenbeschwerden, Inkontinenz, Blasenprobleme
  • Haut, Haare & Gewicht: trockene Haut, Haarausfall, Gewichtszunahme, Zunahme von Bauchfett
  • Weitere Beschwerden: Libidoverlust, Brustspannen, Zyklusveränderungen (insbesondere unregelmäßige oder verlängerte Zyklen)

Selbst-Check: Habe ich Wechseljahre-Symptome?

Wir haben fünf Fragen für dich ausgewählt, die du einfach mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kannst:

  • Hat sich dein Schlaf verändert, zum Beispiel durch Einschlafschwierigkeiten, häufiges Aufwachen, oder durch nächtliches Schwitzen?
  • Bemerkst du andere körperliche Veränderungen wie Gewichtszunahme (besonders auch Bauchfett), Gelenkschmerzen, schlechtere Haut oder Haarausfall?
  • Fühlst du dich häufig erschöpft oder unkonzentriert?
  • Fühlst du dich öfter gereizt oder nimmst du vermehrt Höhen und Tiefen in der Stimmung wahr?
  • Hat sich dein Zyklus in den letzten Monaten merklich verändert - sprich, dein monatlicher Zyklus hat sich in seiner Länge, Intensität oder Häufigkeit angepasst?

Überwiegen die „Ja“-Antworten, können deine Symptome eine Begleiterscheinung der Wechseljahre sein. Ein wichtiger Hinweis und Ansatz, um zu verstehen, was dein Körper gerade durchmacht und wie du ihn bestmöglich unterstützen kannst. Selbst wenn du wenige Fragen mit „Ja“ beantwortet hast - beeinträchtigt dich nur ein Symptom so, dass du deutliche Einschränkungen in deinem Leben und im Alltag spürst, ist eine ärztliche Abklärung immer sinnvoll.

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Schlafstörungen und Erschöpfung in den Wechseljahren

Schlafstörungen zählen zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren. Dabei geht es vor allem um nächtliches Aufwachen und ein fehlendes Gefühl der Erholung. Das hängt eng mit den oben beschriebenen nächtlichen Hitzewallungen und Nachtschweiß zusammen. Auch Veränderungen im Melatonin- und Stresshaushalt können Schlafstörungen begünstigen. Diverse Alterungsprozesse verändern nicht nur unsere Melatonin-Ausschüttung, sondern können auch einen veränderten Cortisolverlauf begünstigen. Beides kann unsere Schlafqualität beeinflussen: Eine veränderte Regulation von Melatonin und Cortisol sowie eine schlechtere Blutzuckerregulation können zu häufigem Aufwachen, weniger erholsamem Schlaf und einer schlechteren Schlafqualität beitragen.

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Psychische und kognitive Symptome der Wechseljahre

Der schwankende Hormonhaushalt in den Wechseljahren kann unsere Stimmung, geistige Leistungsfähigkeit und die Stressverarbeitung beeinflussen. Die hormonellen Veränderungen wirken sich auf verschiedene Bereiche im Gehirn aus, unter anderem auch auf unser Gedächtnis und die Emotionsregulation. Die Folgen sind Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme oder depressive Verstimmungen. Besonders in Kombination mit körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen können psychische Symptome verstärkt werden.

Stimmungsschwankungen

Auch hier spielen die hormonellen Veränderungen eine wichtige Rolle - und beeinflussen direkt die Regulation von Botenstoffen wie Serotonin, das unter anderem für Stimmung, Schlaf und unser emotionales Gleichgewicht verantwortlich ist. Besonders vor der tatsächlichen Menopause, in den Jahren davor (Perimenopause), wenn die Schwankungen von Östrogen und Progesteron besonders stark sind, kann das dazu führen, dass du empfindlicher auf Stress reagierst und daher auch stärkere emotionale Schwankungen wahrnimmst.

Reizbarkeit

Ähnlich wie bei den Stimmungsschwankungen kannst du dich während der Wechseljahre oft gereizter fühlen. Das Gefühl, dass alles schnell zu viel wird, dich kleine Dinge aus der Bahn werfen oder du dich in Situationen überfordert fühlst, die vorher leicht zu bewältigen waren, kann häufiger auftreten. Hormonelle Veränderungen, Schlafmangel und eine veränderte Stressverarbeitung können dazu beitragen, dass du empfindlicher auf Belastungen reagierst.

Brain Fog und Konzentrationsprobleme

Kennst du dieses Gefühl, wenn du mit Ziel und Plan in einen Raum gehst, und dann plötzlich komplett vergisst, was du vorhattest? Oder wenn du im Gespräch versucht Informationen oder Erinnerungen abzurufen, und es einfach nicht klappt? Dieses Gefühl nennt sich „Brain-Fog“ - und fühlt sich an, als ob du dich durch einen dichten Nebel im Kopf kämpfen musst, um an Informationen zu gelangen. Durch eine Kombination der oben beschriebenen Symptome (Schlafmangel, Stress, höhere Reizbarkeit), können diese Konzentrationsprobleme leichter und schneller auftreten und die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflussen.

Depressive Verstimmungen

In der Zeit rund um die Menopause fühlen sich viele Frauen psychisch weniger belastbar - anhaltende Niedergeschlagenheit, fehlende Unternehmungslust, Interessensverlust - all das gehört dazu und kann sich in einer allgemein depressiven Verstimmung äußern. Merkst du, dass diese Verstimmungen länger anhalten oder sie belasten dich psychisch sehr, sollte das auf jeden Fall medizinisch abgeklärt werden.

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Vasomotorische Symptome: Hitzewallungen und Nachtschweiß

Vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen und Nachtschweiß zählen zu den Leitsymptomen in den Wechseljahren. Zwischen 50-82% aller Frauen erleben eine dieser Beschwerden in den Wechseljahren, im Schnitt dauern diese zirka 7,5 Jahre lang. Ein ganz schön langer Zeitraum - Schuld scheint der sinkende bzw. schwankende Östrogenspiegel zu sein, der die Temperaturregulation im Gehirn verändert. Der Körper reagiert dann „über“, sprich, schon kleinste Temperaturveränderungen können vasomotorische Symptome auslösen.

Hitzewallungen in den Wechseljahren

Hitzewallungen, oft auch „Hot Flashes“ genannt, können durch eine veränderte Temperaturregulation im Gehirn entstehen. Der Hypothalamus, das Thermostat unseres Körpers, steuert die Körpertemperatur. Während der Wechseljahre werden kleine Schwankungen der Körperkerntemperatur häufig als Überhitzung interpretiert. Der Körper reagiert mit einer vermehrten Wärmeabgabe: Die Blutgefäße weiten sich (Vasodilatation) und die Schweißproduktion wird aktiviert. Dadurch kann plötzlich ein starkes Hitzegefühl entstehen, begleitet von Hautrötungen und vermehrtem Schwitzen.

Nachtschweiß in den Wechseljahren

Im Schlaf sinkt die Körperkerntemperatur als Teil des natürlichen Schlafrhythmus. Trotzdem kann es passieren, dass unser Thermoregulationssystem zu empfindlich reagiert und eine übermäßige Abkühlung einleitet. Wenn du nachts aufwachst, weil Pyjama und Bettwäsche nass geschwitzt sind und du anschließend sogar frierst, können Nachtschweiß und eine überschießende Kühlreaktion dahinterstecken.

Wissenschaftlich wird immer wieder diskutiert, ob zu den möglichen Auslösern die sogenannten „Candy-Hormone“ - korrekt: KNDy-Neuronen zählen. Sie sind genau genommen keine Hormone, sondern Nervenzellen, die die Botenstoffe Kisspeptin, Neurokinin B und Dynorphin enthalten. KNDy-Neuronen spielen sowohl bei der Steuerung des Menstruationszyklus als auch bei der Temperaturregulation eine wichtige Rolle. Normalerweise werden sie durch Östrogen gehemmt. Sinkt der Östrogenspiegel in den Wechseljahren, fällt diese Bremse schwächer aus: Die KNDy-Neuronen werden aktiver und können das Temperaturzentrum im Gehirn empfindlicher machen.

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Gelenk-, Muskel- und Knochenschmerzen in den Wechseljahren

Gelenkschmerzen in den Wechseljahren werden oft unterschätzt – gerade weil die Symptome unspezifisch auftreten und mal stärker, mal kaum wahrnehmbar sein können. Schmerzen am Bewegungsapparat werden häufig zunächst nicht mit der Peri- oder Menopause in Verbindung gebracht. Doch das sogenannte Musculoskeletal Syndrome of Menopause (MSM) führt bei bis zu zwei Drittel der Frauen zu entsprechenden Beschwerden. Auch hier ist ein Zusammenspiel aus sinkendem Östrogenspiegel, veränderten Entzündungsprozessen, Veränderungen im Bindegewebe und dem natürlichen Muskelabbau im Alter verantwortlich.

Gelenkschmerzen in den Wechseljahren

Gelenkschmerzen können sich insbesondere durch morgendliche Steifigkeit oder ein Gefühl des „Eingerostetseins“ äußern. Typisch sind dabei wechselnde Beschwerden, bei denen sich oft die betroffenen Körperregionen abwechseln: Besonders häufig betroffen sind Knie, Hüfte, Schultern, Finger- und Handgelenke, wobei sich die Beschwerden oft durch Bewegung verbessern. Ein wichtiger Faktor für diese Symptome ist der sinkende Östrogenspiegel, der normalerweise den Gelenkstoffwechsel unterstützt, die Entzündungsregulation moduliert und auch bei der Schmerzverarbeitung eine wichtige Rolle spielt. Abzugrenzen sind Gelenkschmerzen in den Wechseljahren von anderen Ursachen wie Arthrose, rheumatoider Arthritis, entzündlichen Gelenkerkrankungen oder Sehnen- und Muskelbeschwerden, die ähnliche Symptome verursachen können.

Schmerzen am ganzen Körper in den Wechseljahren

Auch diffuse Beschwerden am gesamten Bewegungsapparat können in den Wechseljahren auftreten. Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist dafür verantwortlich: Hormonelle Veränderungen beeinflussen Gelenke, Muskeln, Sehnen und Faszien. Gleichzeitig nimmt mit zunehmendem Alter die Muskelmasse erst schleichend, dann zunehmend ab, wodurch Gelenke stärker belastet werden. Auch die Schmerzverarbeitung im Nervensystem verändert sich, sodass Reize intensiver wahrgenommen werden können. Charakteristisch ist häufig ein wechselnder Verlauf: Heute schmerzt die Schulter, morgen das Knie oder die Hüfte. Was du dagegen tun kannst, erfährst du hier (Link zu Gelenkschmerzen in den Wechseljahren: Ursachen, Prognose & 15-Minuten-Faszien Routine).

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Urogenitale Symptome der Wechseljahre

Die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren können sich durch das urogenitale Menopausensyndrom äußern. Hinter dem Begriff verstecken sich unterschiedliche Beschwerden im Bereich der Vulva, Vagina und unteren Harnwege. Typische Symptome sind Scheidentrockenheit, Juckreiz oder Brennen oder eine veränderte Elastizität des Vaginalgewebes. Grund dafür ist der veränderte Östrogenspiegel, der die Schleimhaut, Durchblutung und das vaginale Mikrobiom beeinflussen kann - was sich ebenso durch vermehrte Blasenentzündungen, Inkontinenz oder Beckenbodenbeschwerden äußern kann.

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren

Scheidentrockenheit ist ein typisches Problem in den Wechseljahren und verschwindet leider meistens ohne Behandlung nicht von selbst. Mit einer speziellen Creme (vaginaler Estriolcreme) können diese Beschwerden sehr gut behandelt werden, die Behandlung soll allerdings sobald wie möglich erfolgen. Eine ärztliche Beratung ist daher in jedem Fall auch schon frühzeitig sinnvoll. Durch die verminderte Durchblutung und dünnere Vaginalschleimhaut produziert sie auch weniger Feuchtigkeit. Die Folge sind Trockenheit, Juckreiz, Irritationen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Vaginale Feuchtigkeitscremes oder Gleitmittel können helfen, bei stärkeren Symptomen gilt eine lokale Östrogentherapie als eine wirksame Behandlungsmöglichkeit.

Kann die Scheide in den Wechseljahren enger werden?

Der Mythos, dass die Scheide enger wird oder sogar „zuwächst“, beschreibt viel mehr ein verändertes Körpergefühl durch diverse Symptome, als dass sie tatsächlich enger wird. Durch den Östrogenmangel können Gewebe und Schleimhaut jedoch trockener, dünner und weniger elastisch werden. Diese Veränderungen können dazu führen, dass sich die Scheide enger anfühlt und das Einführen von Tampons oder Geschlechtsverkehr unangenehm oder schmerzhaft sein kann. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer vaginalen Atrophie bzw. dem Genitourinären Syndrom der Menopause (GSM).

Inkontinenz und Beckenboden

Nicht nur die Scheide kann sich in ihrer Struktur verändert anfühlen, sondern auch Beckenboden und Harnwege sind oft aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels betroffen. Dadurch, dass das Gewebe an Elastizität verliert, muss die Muskulatur oft an Stabilität einbüßen und die Blase wird schlechter unterstützt. Die Folge: Beim Husten, Niesen oder auch bei körperlicher Anstrengung wird oft ungewollt Urin abgegeben. Studien zeigen, dass ein gezieltes Beckenbodentraining, vor allem bei einem frühzeitigen Start, die Beschwerden oft deutlich lindern kann.

Blasenentzündungen und häufiger Harndrang

Durch den sinkenden Östrogenspiegel verändert sich in den Wechseljahren auch das natürliche Mikrobiom der Scheidenflora. Schützende Laktobazillen werden seltener, während krankmachende Bakterien leichter in die Harnwege gelangen können. Gleichzeitig werden die Schleimhäute von Scheide und Harnröhre dünner und verlieren einen Teil ihrer natürlichen Schutzfunktion. Die Folge können wiederkehrende Blasenentzündungen, häufiger Harndrang oder ein plötzlich auftretender starker Harndrang sein. Diese Beschwerden sind ebenfalls Teil des GSMs und lassen sich häufig durch Beckenbodentraining, lokale Östrogene oder weitere individuell angepasste Behandlungsmaßnahmen lindern.

Warum riecht Urin in den Wechseljahren anders?

Der Geruch von Urin ist per se in den Wechseljahren nicht anders - allerdings kann der Geruch durch hormonelle Veränderungen und damit häufiger auftretende Harnwegsinfektionen beeinflusst werden. Riecht der Urin plötzlich stark oder unangenehm und kommen Brennen oder Schmerzen hinzu, sollte eine Blasenentzündung ärztlich ausgeschlossen werden.

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Haut-, Haar- und Gewichtsveränderungen in den Wechseljahren

Auch Haut, Haare und die Körperzusammensetzung können sich in den Wechseljahren verändern. Die Haut wird dabei oft trockener und empfindlicher, Haare können leichter ausfallen und an Dichte verlieren, und viele Frauen beobachten eine Gewichtsveränderung und veränderte Fettverteilung. Durch Maßnahmen wie Ernährung und Bewegung können diese typischen Beschwerden in den Wechseljahren positiv beeinflusst werden.

Haarausfall in den Wechseljahren

Haarausfall ist ein typisches Begleitsymptom in den Wechseljahren. Ursache ist vor allem die hormonelle Umstellung: Während der Östrogenspiegel sinkt, bleibt der Testosteronspiegel vergleichsweise stabil. Dadurch können Androgene wie Testosteron und sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT) stärker auf die Haarfollikel wirken. Die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich, die Haare werden feiner und dünner und fallen vermehrt aus. Typisch ist eine Ausdünnung der Haare, insbesondere im Bereich des Scheitels. Der Haarausfall kann durch diverse Therapiemaßnahmen und Behandlungen wie Minoxidil, hormonelle Therapien oder durch die Korrektur von diversen Mängeln (Eisenmangel, Vitamin-D-/Zink/Vitamin-B12-Mangel) positive Effekte zeigen.

Hautveränderungen

Ähnlich wie in der Pubertät reagiert die Haut auch in den Wechseljahren besonders sensibel auf hormonelle Veränderungen. Durch den sinkenden Östrogenspiegel nimmt die Produktion von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure ab. Die Haut wird trockener, dünner und verliert an Festigkeit und Elastizität. Auch die Hautbarriere verändert sich: Ihre Schutzfunktion und die Wundheilung können nachlassen, wodurch die Haut weniger Feuchtigkeit speichern kann und empfindlicher auf äußere Einflüsse reagiert.

Gewichtszunahme und Bauchfett

In der Peri- und Postmenopause kommt es häufig zu einer ungewollten Gewichtszunahme. Beim sogenannten „Hormonbauch“ oder „Meno-Bauch“ lagert sich vermehrt Fett im Bauchraum an - insbesondere viszerales Fett, das die inneren Organe umgibt. Dieses Bauchfett steht mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung. Neben dem sinkenden Östrogenspiegel tragen auch altersbedingte Veränderungen des Stoffwechsels, ein Rückgang der Muskelmasse sowie eine geringere körperliche Aktivität zur Gewichtszunahme bei. Eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung - insbesondere Krafttraining - kann dazu beitragen, die Gewichtszunahme zu verlangsamen und den Bauchumfang zu reduzieren.

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Weitere Beschwerden und Begleitthemen der Wechseljahre

Neben den bekannten Symptomen in den Wechseljahren wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Gewichtszunahme können weitere Beschwerden auftreten. Die hormonellen Veränderungen betreffen unter anderem Gebärmutter, Brustgewebe, Schleimhäute und Sexualfunktion. Dadurch können sich bestehende Myome verändern, Brustspannen auftreten oder sich das sexuelle Empfinden und die Libido verändern. Ob und wie stark diese Symptome auftreten, hängt unter anderem vom Lebensstil, Stresslevel und genetischen Faktoren ab.

Myome in den Wechseljahren

Gebärmuttermyome sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter, die durch hormonelle Einflüsse (Östrogen und Progesteron) in ihrem Wachstum beeinflusst werden. Viele Myome verursachen keine Beschwerden und werden häufig nur zufällig entdeckt. Mit dem Absinken der Hormonspiegel nach der Menopause verkleinern sich bei vielen Frauen die Myome und bereiten weniger Probleme. Bei manchen können jedoch weiterhin Symptome bestehen bleiben, beispielsweise ein Druck- oder Völlegefühl im Unterbauch, ein vermehrter Harndrang durch Druck auf die Blase oder Blutungsstörungen. Neue Blutungen nach der Menopause sollten ärztlich abgeklärt werden.

Brustspannen

Durch die hormonellen Schwankungen in der Perimenopause kann es bei vielen Frauen zu Brustspannen oder einem Spannungsgefühl in der Brust kommen. Besonders wechselnde Östrogen- und Progesteronspiegel beeinflussen das Brustgewebe und können vorübergehend eine erhöhte Empfindlichkeit, Schwellungen oder ein Schweregefühl auslösen. Zudem verändert sich die Zusammensetzung des Brustgewebes mit zunehmendem Alter: Drüsengewebe kann teilweise durch Fettgewebe ersetzt werden, wodurch sich die Bruststruktur verändern kann. Nach der Menopause, wenn sich der Hormonspiegel stabilisiert, nehmen diese Beschwerden bei vielen Frauen wieder ab. Gut sitzende BHs, Wärme- oder Kälteanwendungen und eine ausgewogene Ernährung können helfen, die Beschwerden zu lindern.

Libidoveränderungen

Lustlosigkeit im Bett und ein Libidoverlust gehören für viele Frauen zu den häufigen Symptomen in den Wechseljahren. Geschlechtsverkehr kann durch eine trockene Scheide schmerzhaft werden, das Risiko für Blaseninfektionen steigt, und auch depressive Verstimmungen können sexuelle Probleme mit sich bringen. Die hormonelle Umstellung, körperliche Beschwerden sowie psychische und emotionale Faktoren können die Libido beeinflussen. Eine gute Kommunikation mit dem Partner oder der Partnerin, lokale Östrogentherapien, Beckenbodentraining, Gleitmittel oder eine individuelle Sexberatung können hilfreich sein.

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Wann sollten Wechseljahres-Symptome ärztlich abgeklärt werden?

Immer dann, wenn dich Symptome im Alltag beeinträchtigen oder deine Lebensqualität einschränken, die Beschwerden plötzlich auftreten, anhalten und ungewohnt stark sind, lohnt sich eine medizinische Beratung und Abklärung. Auch wenn viele Symptome Teil dieser Lebensphase sind, musst du nicht darunter leiden. Eine frühzeitige Beratung kann helfen, deine Beschwerden gezielt zu lindern. Auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden sollten neue oder ungewöhnliche Blutungen, starke Schmerzen, Beschwerden der Harnwege sowie anhaltende psychische Belastungen und depressive Verstimmungen.

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Was hilft gegen Wechseljahres-Symptome?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, deine Symptome zu lindern – von Lebensstilmaßnahmen über lokale Therapien bis hin zu individuell angepassten Hormontherapien. Besonders wichtig sind dabei regelmäßige Bewegung, gezieltes Krafttraining, eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil. Auch pflanzliche Präparate werden häufig zur Unterstützung eingesetzt, wobei die wissenschaftliche Evidenz je nach Wirkstoff stark unterschiedlich ist. Wichtig ist in jedem Fall ein ganzheitlicher Ansatz: Das Zusammenspiel aus Hormonen, Muskulatur, Stoffwechsel, Ernährung und Bewegung spielt eine entscheidende Rolle. Welche Behandlung für dich am besten geeignet ist, hängt von deinen Beschwerden und deiner individuellen Gesundheitssituation ab.

Bewegung

Regelmäßige Bewegung gehört zu den sinnvollsten Maßnahmen, die dich während der Wechseljahre unterstützen können. Besonders bei Gelenk- und Muskelschmerzen, Veränderungen des Körperbilds und Gewichtszunahme kann Bewegung helfen, deine körperliche und emotionale Gesundheit positiv zu beeinflussen. Sport kann die Stimmung verbessern, die Beweglichkeit fördern, Muskelmasse erhalten und Gelenksteifigkeit reduzieren. Durch regelmäßige Bewegung werden die Gelenke besser versorgt und Muskeln sowie Sehnen erhalten ihre Funktion und Belastbarkeit. Ideal ist eine Kombination aus Ausdauertraining, Krafttraining, Mobilisation und gezielten Beweglichkeitsübungen.

Krafttraining

Krafttraining gehört zu den Königsdisziplinen bei Beschwerden des Bewegungsapparats: Eine gut trainierte Muskulatur stabilisiert deine Gelenke, verteilt die Belastung gleichmäßiger, unterstützt die Knochengesundheit und verbessert das Körperbild. Studien zeigen, dass regelmäßiges Krafttraining Beschwerden und Bewegungseinschränkungen nachhaltig reduzieren kann – vor, während und nach der Menopause. Empfohlen werden 2–3 Krafttrainingseinheiten pro Woche, bei denen alle großen Muskelgruppen trainiert werden. Besonders effektiv ist ein Training mit moderater bis höherer Intensität, bei dem die Muskulatur ausreichend gefordert wird.

Hormonersatztherapie (HRT)

Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann bei bestimmten Wechseljahresbeschwerden eine wirksame und sinnvolle Behandlungsmöglichkeit sein und wird immer in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt eingesetzt. Die HRT ersetzt die körpereigenen Hormone, die während der Menopause deutlich schwanken und abnehmen, und kann insbesondere typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiß und Schlafstörungen lindern. Ob eine HRT sinnvoll ist, hängt von deinen Beschwerden ab.

Pflanzliche Unterstützung

Hausmittel und pflanzliche Arzneimittel wie Baldrian, Passionsblume, Melisse, Johanniskraut, Lavendel, Traubensilberkerze, Salbei und Hopfen werden häufig eingesetzt und können bestimmte Symptome wie Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schweißausbrüche lindern. Bei Gelenkbeschwerden werden beispielsweise Curcumin aus Kurkuma oder Boswellia (Weihrauch) aufgrund möglicher entzündungsmodulierender Eigenschaften untersucht. Allgemein ist die wissenschaftliche Datenlage jedoch sehr unterschiedlich: Während einige Pflanzenstoffe für bestimmte Symptome untersucht wurden, gibt es nicht für alle Präparate ausreichend belastbare Studien. Auch pflanzliche Mittel brauchen oft Geduld – eine mögliche Wirkung zeigt sich je nach Präparat oft erst nach längerer regelmäßiger Anwendung.

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Häufige Fragen zu Wechseljahres-Symptomen

Informations utiles

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Gelenkbeschwerden, Hautveränderungen, Libidoverlust und Konzentrationsprobleme. Im späteren Verlauf treten dann häufig auch Hitzewallungen und Nachtschweiß auf.

Die Dauer ist individuell unterschiedlich. Manche Beschwerden verschwinden nach einigen Jahren, andere können länger anhalten.

Durch die hormonelle Umstellung verändert sich die Temperaturregulation im Gehirn, wodurch der Körper schneller mit Wärmegefühl und Schwitzen reagiert.

Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und individuell passende Behandlungen können helfen, Symptome zu lindern.

Ja, hormonelle Veränderungen können Stimmung, Stressverarbeitung und Schlaf beeinflussen. Anhaltende depressive Verstimmungen sollten jedoch ärztlich abgeklärt werden.

Wenn Beschwerden den Alltag stark beeinträchtigen, die Lebensqualität nachhaltig reduzieren, ungewöhnlich stark sind oder neue Blutungen nach der Menopause auftreten, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

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