
Drei Dinge, die ich nicht verhandle – Anna West über das Schlafgepäck einer Sleep Performance Coach
Das erfährst du in dieser Story
- Welche drei Dinge Anna West auf Reisen niemals zu Hause lässt.
- Warum das eigene Kissen für viele Profis so wichtig geworden ist.
- Welche Hotel-Details Spitzenteams schon vor der Ankunft überprüfen.
- Wie ein ungewöhnlicher Hotelzimmer-Hack mit Sonnenbrille den Schlaf schützen kann.
Profi-Sportler:innen verbringen bis zu 200 Nächte pro Jahr in Hotels. Welche drei Dinge Anna West nie ohne sich auf Reisen sieht – und warum sie auch für jeden Fan zur WM 2026 funktionieren.
Annas Reisetasche liegt offen auf dem Hotelbett. Sie nimmt drei Dinge raus und legt sie nebeneinander auf die Decke. Zahnbürste. Kopfkissen. Laufschuhe.
«Darüber verhandle ich nicht. Alles andere kann ich vergessen. Das hier nicht.»
Sie lacht. Aber sie meint es ernst. Drei Items. Mehr braucht es nicht.


Hotelnächte zählen anders
Anna West arbeitet seit Jahren mit Profi-Fussballer:innen. Sie hat ausgerechnet, was niemand glauben will: viele ihrer Spieler:innen schlafen 200 Nächte im Jahr nicht im eigenen Bett. Trainingslager, Auswärtsspiele, Europacup, Nationalmannschaft. Hotels werden zur zweiten Wohnung.
«Wenn du eine Hotelnacht buchst, buchst du keine Hotelnacht. Du buchst eine Schlafnacht. Du kannst im luxuriösesten Haus übernachten – wenn du drei schlechte Nächte hattest, ist deine ganze Wahrnehmung dahin.», weiss Anna.
Das gilt für Profis. Das gilt für Geschäftsreisende. Und das gilt für Fans, die zur WM 2026 in die USA fliegen.
Das Kissen wird zur Zahnbürste
Anna nimmt das Kissen in die Hand. Es ist das BLACKROLL Recovery Pillow, das sie auch zu Hause auf dem Bett hat.
«Wenn du jemanden fragst, ob er ohne Zahnbürste in Urlaub fährt – fast jeder sagt nein. Wenn er sie vergisst, geht er zur Rezeption oder in die Apotheke und kauft eine neue. Weil ohne ist es nicht schön. Mein Kissen ist genauso.»
Was passiert in der ersten Nacht im Hotel? Das Gehirn aktiviert ein altes, evolutionäres Programm. Eine Hemisphäre bleibt wacher. Schlafforscher:innen nennen das den First Night Effect und haben ihn 2016 in einer Studie der Brown University belegt. Wer in fremder Umgebung schläft, schläft leichter, wacht häufiger auf, regeneriert weniger tief.
Das eigene Kissen hilft, weil es Geruch, Form und Gefühl mit dem Konzept «Zuhause» verbindet. Es überlistet das Programm. Nicht komplett – aber genug, um den Unterschied zwischen einer 50%-Nacht und einer 70%-Nacht zu machen.

Aber: kein Drama, wenn du’s vergisst
Anna nimmt das Kissen zurück in die Tasche und sagt einen Satz, der unerwartet kommt.
«Wenn ich es vergesse, ist auch das okay. Wir wollen nicht, dass die Spieler:innen ohne ihr Kissen nicht schlafen können. Das wäre, als hätten wir sie systematisch von einem Item abhängig gemacht. Akzeptanz: Ich schaffe es trotzdem.»
Pillow=Toothbrush, ja. Aber kein religiöses Objekt. Wer es einmal vergessen hat und trotzdem geschlafen hat, hat einen wichtigen Beweis: das System funktioniert auch ohne den perfekten Begleiter.
Was die Profis im Hotel checken
Wer denkt, Profi-Teams kommen einfach an und gehen ins Zimmer, hat noch nie hinter die Kulissen geschaut. Anna erzählt von Vorbereitungen, die Tage vor der Ankunft beginnen.
«Die smarten Teams schicken eine Delegation ins Hotel, bevor die Spieler:innen kommen. Sie testen jedes Zimmer. Sie stecken die Keycard rein und gucken, was passiert: leuchtet alles auf? Lässt sich das ausschalten? Wie laut ist die Klimaanlage? Gibt es einen Aussenbereich für die Morgenroutine?»
Klingt übertrieben. Ist es nicht. Wer 200 Nächte im Jahr in Hotels schläft, weiss: 30 Sekunden Vollbeleuchtung beim Betreten reichen, um den Melatonin-Anstieg zu kippen. Eine zu laute Klimaanlage zerlegt die zweite Nachthälfte. Stickige Luft reduziert REM. Lauter kleine Hebel – die zusammen den Unterschied machen.
Annas grösstes Hotel-Ärgernis hat sie auch parat, mit einem schiefen Lächeln.
«Zwei Lichtspots direkt über dem Bett. Das sehe ich in fast jedem Luxushotel. Ich verstehe – das Bett wird zum Centerpiece, sieht toll aus auf Instagram. Aber wer in diesem Bett schläft, wacht am nächsten Morgen verdreht auf und kann nicht sagen warum. Liebe Hotelarchitekt:innen: Spots an die Wand. Bitte.»
Sonnenbrille im Hotelzimmer
Anna hat einen Hack, den sie ihren Spieler:innen für die Hotelankunft mitgibt. Er klingt absurd. Er funktioniert.
«Wenn du spät anreist, nimm vor dem Betreten die Sonnenbrille raus. Oder zieh die Kapuze tief ins Gesicht. Klingt blöd. Aber wenn die Keycard rein geht und die Spots aufflammen, kostet dich das die ganze Nacht. So vermeidest du den ersten Schlag ins Auge.»
Ein Bild, das hängenbleibt: Profi-Sportler:innen in Sonnenbrille im Hotelflur um 23 Uhr. Anna lacht beim Erzählen. Aber wer es einmal probiert hat, macht es wieder.
Was Fans daraus mitnehmen
Anna packt die Tasche zu und schaut auf. Ihr Punkt für die WM 2026 ist klar:
«Fans haben dieselbe Biologie. Sie haben kein Trainerteam, das ihre Hotelzimmer prüft. Aber sie haben das eigene Kissen, die eigene Schlafmaske, den eigenen Vorhang im Kopf. Wer das mitnimmt, kommt in jeder Stadt der WM gut an.»
Ihre Empfehlung in vier Punkten:
- Eigenes Kissen mitnehmen – BLACKROLL Pillow Travel Bag hilft beim Transport
- Schlafmaske für den Notfall, wenn der Vorhang nicht doppelt schliesst – Sleep Mask Premium Comfort
- Wasserflasche + Elektrolyte vor dem Flug auffüllen, im Flug konsequent trinken
- Sonnenbrille in den Handpäck – sowohl für Tageslicht nach Ankunft als auch für den Hotelzimmer-Hack
Eine Nacht zählt mehr als ein Zimmer
Es ist mittlerweile dunkel geworden. Das Hotelzimmer ist ruhig, nur gedämpftes Licht fällt durch die Vorhänge. Anna sitzt auf dem Bett und legt die Hand auf das Kissen.
Kein Zweifel: Wer Hotelnächte als Schlafnächte begreift – nicht als Zimmer mit Frühstücksgutschein – fährt zur WM 2026 mit dem richtigen Mindset. Drei Items im Gepäck. Eine Sonnenbrille für die Tür. Und das Wissen, dass selbst eine vergessene Routine kein Drama ist.
Annas komplettes Schlaf-Setup für Reisen, Spieltage und schwierige Nächte – im grossen Interview mit Anna West.






