
Kimi Schreiber ist eines der Aushängeschilder der deutschen Trailrunning-Szene. Nahbar, professionell und absolute Vorzeigeathletin auf der Kurz- bis Mitteldistanz. Dabei bewegt sie sich ständig außerhalb ihrer Komfortzone, jagt durch die anspruchsvollsten Gebirge. „Die Rennen sind unglaublich herausfordernd: steile Anstiege, ausgesetztes Gelände, alpine Bedingungen und eine lange Strecke. Erst letztens beim Apline Trail im Schnalstal hatte ich davor kurz gezögert an den Start zu gehen, wollte es aber als Herausforderung annehmen. Mein Mut wurde belohnt und ich habe das Rennen gewonnen! Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich mich überwunden habe.“
Mit der erneuten Teilnahme beim UTMB Mont-Blanc wartet schon die nächste steile Herausforderung im schweiz-französischen Hochgebirge auf Kimi.
Der UTMB Mont-Blanc
- Distanz: 60 Kilometer auf über 3500 Höhenmeter durch alpine Passagen, steile Anstiege, offene Wege und Trails mit Blick auf das Mont-Blanc-Massiv
- Start: Orsières in der Schweiz, Ziel: Chamonix in Frankreich
- Höchster Punkt: Tête de Balme auf 2.321 m
- Klima: Im August kann es im Mont-Blanc-Gebiet über 30 °C heiß oder oberhalb von 2.000 m bis zu -10 °C kalt werden
- Wetter: Regen, Hagel oder sogar Schnee sind möglich
- Belastung: In Kombination mit Anstieg, Tempo, Höhe, Wind und Ermüdung kann sich jeder Atemzug schwerer anfühlen


Perspektivwechsel: Es geht nicht nur um Challenge
Kimi sucht sich immer wieder Wege aus, vor denen andere Respekt haben. Was sie an den Herausforderungen in den Bergen anzieht?
„Ich glaube nicht, dass es für mich immer nur um die Herausforderung selbst geht. Ich liebe es einfach, allein laufen zu gehen. Und wenn ich das in wunderschöner Natur tun kann, macht es das für mich noch besonderer.“


Kontrolle vs. Präsenz
Es geht um viel mehr als nur das reine Ergebnis. Egal wo Kimi die Trails hinführen – sie will nicht nur mit einer Medaille mehr im Koffer zurückreisen. Für sie geht es um das Abenteuer dahinter. Auch wenn sie ihren Wunsch nach Kontrolle noch nicht ganz abschütteln kann.
„Ich merke immer wieder, dass ich mir manchmal die Freude an meiner Arbeit nehme, weil ich alles perfekt machen und alles unter Kontrolle behalten möchte. In meinem Job geht es darum, neue Länder und Kulturen zu entdecken, faszinierende Menschen kennenzulernen und einzigartige Möglichkeiten zu erleben. Das möchte ich wieder mehr annehmen und nicht mehr so sehr von einem Moment zum nächsten hetzen.“
BLACKROLL: Wie schaffst du es, bei all dem Trubel bei dir zu bleiben?
Kimi: „Ich möchte mir erlauben, viel präsenter zu sein, statt ständig nach außen zu schauen oder an morgen zu denken. Alles ist so schnelllebig geworden, und man verfängt sich leicht in den eigenen Erwartungen. Ich möchte etwas von diesem Druck durchbrechen.“
BLACKROLL: Begleitet dich eine kleine Routine, ohne die du nicht mehr kannst?
Kimi: „Ich genieße meinen ersten Kaffee am Morgen, egal wo ich bin. Er gibt mir das Gefühl, gut und entspannt in den Tag zu starten. Ohne dieses Ritual werde ich grummelig und verliere Motivation.“
Die Arbeit hinter dem Erfolg
Kimis Konstanz ist kein Zufall. Ihre Trainingsroutinen sind eng getaktet und geben ihr eine klare Richtung vor, die im Idealfall zum Erfolg führt. Ein Plan, an den sie sich bewusst hält, auch wenn er viel von ihr abverlangt.
„Ich habe nicht wirklich Urlaub. Ich trainiere jeden Tag, abgesehen von zwei Wochen im Jahr. Für mich sind früh aufstehen, laufen gehen, Routinen finden und alles, was dazugehört, ein fester Bestandteil meines Lebens und nicht einfach ein Job, den ich am Abend abschalten kann. Das hat Vor- und Nachteile.
Ich habe keine Feiertage, keinen Urlaub und keine Wochenenden im klassischen Sinne, aber dafür habe ich viel mehr Freiheit als viele andere.“
In einem Sport, der den Körper mit steilen Anstiegen, langen Belastungen und alpinen Bedingungen immer wieder an Grenzen bringt, investiert Kimi bewusst in Regeneration. Nicht als Extra, sondern als festen Teil ihrer Routine. Genau das hilft ihr, langfristig leistungsfähig zu bleiben.
Info-Box: Kimis go to Recovery Tipps
Recovery nach Belastung: „Die paar Minuten Stretching und Übungen nach jedem Lauf sind der Key. Nicht glamourös, nicht aufregend, aber trotzdem wichtig.“
Ihr Go-to-Reset: „Ich würde meine BLACKROLL nehmen, mich mit dem Rücken darauflegen, die Dehnung spüren, die Augen schließen und langsam ein- und ausatmen. Das löst Spannung in meinem Oberkörper und hilft mir, zu entspannen.“
Schlaf auf Reisen: „Das RECOVERY PILLOW, weil Schlaf gerade auf Reisen eine echte Herausforderung sein kann.“
Recovery für die Beine: „Die COMPRESSION BOOTS, weil sich meine Beine danach wie neu anfühlen.“
Auf den Körper hören: „Manchmal fühlen sich mein Kopf und mein Körper an, als wären sie in Watte gepackt, und ich fühle mich müde und unmotiviert. Wenn dieses Gefühl nicht weggeht oder etwas anfängt wehzutun, nehme ich mein Training etwas zurück.“
The bigger Picture
„Ich komme immer wieder in Phasen, in denen ich alles hinterfrage. Besonders dann, wenn Dinge schwierig werden oder nicht so laufen, wie ich es mir erhofft hatte. Aber solange ich mich selbst immer wieder dafür entscheide, dass mich das, was ich tue, erfüllt, mache ich weiter. Und genau dann weiß ich: Deshalb mache ich das alles.“





