Mutig auf eigenem Parkett– Emily Bessoir vor der Frauen Basketball Heim-WM
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Mutig auf eigenem Parkett– Emily Bessoir vor der Frauen Basketball Heim-WM

veröffentlicht von Fynn Beckmann in Portraits am 02.09.2026

Vor dem Start der Basketball-Heim-WM am 04. September in Berlin hat Emily Bessoir mit BLACKROLL über ihren eigenen Weg dahin gesprochen. Vom Wunsch, in einer Basketballfamilie ihren eigenen Vibe zu finden, über das College an der UCLA in Kalifornien bis auf das Athletenboot bei der Olympia-Eröffnung in Paris: Sie hat dabei immer wieder großen Mut bewiesen. Im Interview erzählt Emily, wie sie an den Herausforderungen gewachsen ist und warum Mut für sie bei der Heim-WM entscheidend sein wird.

Emilys Weg: Familie, Ausland und keine Komfortzone

Seit Emily denken kann, dreht sich in ihrer Familie alles um Basketball. Durch ihre Eltern wächst sie praktisch mit dem großen orangenen Ball in den Händen auf.

„Früher wollte ich gar nicht Basketball spielen, um ehrlich zu sein. Ich wollte immer etwas anderes machen als meine Eltern und mein Bruder.“

Als Kind schaut sie ihren Eltern in der Halle zu, heute verpasst ihre ganze Familie kein Spiel mehr von ihr.

"Wenn sie nach den Spielen zu mir kommen will ich ihre Kommentare immer noch nicht hören, auch wenn sie leider oft Recht haben!“ (lacht).

„Das ist viel größer als ich jemals dachte.“

Emily investiert immer mehr in der Basketball-Halle, aus Teammates werden enge Freundinnen. Sie bleibt länger nach dem Training und nimmt extra Würfe. Der Ball fliegt immer öfter durchs Netz und alles dreht sich um das nächste Spiel. Dann geht alles ganz schnell: „Als ich mit 13 das erste Mal für die Nationalmannschaft nominiert wurde, habe ich gecheckt: Das hier kann etwas wirklich Großes werden. Das ist viel größer als ich jemals dachte!“

Emily Bessoir Basketball
Emily Bessoir Basketball 2

Big Steps Overseas: UCLA-College

Mit 18 Jahren packt Emily ihre Tasche und steigt ins Flugzeug nach Kalifornien, um ihren Traum vom Profi-Basketball wahrzumachen. Land und Kultur sind ihr vertraut, ihr Papa ist gebürtiger Amerikaner. Schon früh war ihr klar, dass sie nach Amerika ans College möchte, neben dem Sport auf höchstem Niveau nebenher zu studieren. „Sport und Education sind dort so gut verbunden. Die Facilities sind wie auf Hochglanz, nur das neueste und beste Trainingsequipment, der Staff um dich herum, alles ist auf Top-Level. Als College-Athlet bist du in Amerika schon ein Star. Man wird anders wertgeschätzt als in Deutschland.“

Ein neues Leben von dem ein auf dem anderen Tag. Das eigenständige Leben ist Alltag, niemand, der den Haushalt schmeißt. Emily lernt, sich um alles selbst zu kümmern und befindet sich monatelang außerhalb ihrer Komfortzone.

Der Weg über das Ausland ist für viele in der Nationalmannschaft Normalität. In den Profi-Ligen, vor allem im College und später in der großen WNBA können Spielerinnen den Basketball zum Beruf machen.

Emily Blackroll
Emily Boots

Emilys Recovery Tools

  • COMPRESSION BOOTS
    „Es ist wie eine Lymphdrainage vom Physio. Ich kann allein in meinem Zimmer sein, runterkommen, Zeit für mich haben und nebenher meinem Körper etwas Gutes tun.“
  • FASZIENBÄLLE / MINI
    „Auf dem BALL oder Mini-Roll ausrollen, ideal für die Glutes, Kniekehlen oder Füße. Das mache ich jeden Tag vorm Training und danach, um Verspannungen zu lösen.“
  • BÄNDER
    „Fest in meinem Warm-Up Programm integriert, um den Core und die Hüften zu aktivieren.“
  • RECOVERY PILLOW
    „Ich brauche viel Schlaf, acht bis neun Stunden im Schnitt. Zwischen den Einheiten mache ich auch gerne einen Powernap auf dem RECOVERY PILLOW. Das habe ich überall dabei.“

Wie wichtig Recovery ist, hat Emily auch bei ihrem Comeback nach schweren Verletzungen gemerkt.

Mut, Selbstbewusstsein, Connection

„Viele Spielerinnen haben schon in der Jugend zusammengespielt. Wir gehen durch viele Höhen und Tiefen, reisen zusammen um die halbe Welt. Wir verfolgen uns auch in den jeweiligen Vereinen. Im M & EM Podcast mit meiner Mitspielerin Marie Gülich reden wir über alles, was uns bewegt. Viel über das Players Mindset und Female Empowerment.“

Obwohl die Spielerinnen verstreut in halb Europa und Amerika in den Vereinen spielen, herrscht bei der Nationalmannschaft immer ein erfrischender, lebhafter Vibe. Es geht aber auch um mehr als Basketball.   

„Wir wollen im Team mutig sein und uns gegenseitig fordern, auch Grenzen austesten. Das gilt auf dem Spielfeld aber auch abseits. Wir stehen für Empowerment: Durch eine neue Athletenvereinbarung stehen uns die gleichen Prämien zu wie der Männernationalmannschaft. Wir wollen unsere Stimmen nutzen, nicht nur für uns.“

Olympic Moments

Auf die Frage nach dem bisher bewegendsten Moment, zögert Emily keine Sekunde: „Ganz klar bei Olympia: Wir sind bei der Eröffnungsfeier in Paris auf den Booten auf der Seine gefahren. Auf einmal sehe ich den Eiffelturm mit den Olympischen Ringen, da bin ich sehr emotional geworden. Klar, während der Spiele bin ich ganz im Moment, sehr fokussiert und realisiere nicht, dass ich gerade bei Olympia antrete. In den Moment, wenn das Spiel angepfiffen wird, kann außen herum noch so viel abgehen, wir müssen uns auf dieses Spiel fokussieren. Das ist unser Job.“

Dass die Heim WM die ganz große Euphorie auslösen kann, ist Emily bewusst, auch wenn sie aktuell tief in der Vorbereitung steckt und die letzten Testspiele in den Wochen vor dem Turnier wichtig für das Momentum sind.

Basketball Hype made in Germany

„Es ist noch total surreal, dass wir in Berlin spielen und die Hallen für unsere Spiele bereits ausverkauft sind. Das ist sehr besonders. Ein Riesenturnier und eine große Bühne. Das kommt mir noch gar nicht so vor, weil man das noch nicht zulassen kann.“

Die größte Motivation sieht Emily in einem größeren Zusammenhang. Sie möchte die nächste Generation für den Basketball inspirieren:

"Es ist sehr motivierend, wenn viele junge Mädchen zuschauen oder nach den Spielen zu uns kommen."

Der Support von den eigenen Familien, die vielen bekannten Gesichter und das Heimische Publikum werden noch mal einen extra Push freisetzen, weiß Emily, die dem Eröffnungsspiel am 04. September entgegenfiebert.   "Momentan ist es ein Mix aus Vorfreude und positive Nervosität. Wir wollen, dass es losgeht. Wir wollen abliefern!“

Das erste Gruppenspiel gegen Spanien spielt das DBB-Team in einer ausverkauften Halle in Berlin. Es kann losgehen.