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Akklimatisierung: Wie sich dein Körper an Höhe, Hitze und Zeit anpasst

veröffentlicht von Anna West in Sport am 04.06.2026
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Anna West

Akklimatisierung beschreibt die Anpassung deines Körpers an veränderte Umweltbedingungen wie Höhe, Hitze oder neue Zeitzonen. Sie dauert je nach Reiz zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen. Wer sie ignoriert, riskiert schlechteren Schlaf, geringere Konzentration und reduzierte Leistung – egal ob als Profisportler:in zur Fußball-WM 2026 oder als Reisende:r im Urlaub.

In diesem Artikel

  1. Was ist Akklimatisierung?
  2. Wie lange dauert Akklimatisierung?
  3. Höhenakklimatisierung: Wie passt sich dein Körper an Höhe an?
  4. Hitzeakklimatisierung: Wie reagiert dein Körper auf Hitze?
  5. Jetlag-Akklimatisierung: Wie verarbeitet dein Körper den Wechsel der Zeitzone?
  6. Wie kannst du die Akklimatisierung beschleunigen?
  7. Was passiert, wenn du dich nicht akklimatisierst?
  8. Akklimatisierung im Sport: Was bedeutet sie für die Fußball-WM 2026?
  9. Akklimatisierung für Fans
  10. FAQ – Häufige Fragen zur Akklimatisierung
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Was ist Akklimatisierung?

Akklimatisierung ist die kurz- bis mittelfristige, reversible Anpassung deines Körpers an veränderte Umweltbedingungen. Auslöser sind vor allem Höhe, Hitze, Kälte, hohe Luftfeuchtigkeit oder Zeitzonenwechsel.

Die Anpassung läuft über mehrere physiologische Systeme gleichzeitig – Atmung, Herz-Kreislauf, Schweißproduktion und innere Uhr – und kann je nach Reiz Stunden bis Wochen dauern.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Adaptation: Während Akklimatisierung reversibel ist und sich innerhalb weniger Tage bis Wochen entwickelt, bezeichnet Adaptation langfristige, oft generationenübergreifende genetische Anpassungen – wie sie zum Beispiel bei Bevölkerungsgruppen aus dem Hochland der Anden oder Tibets beobachtet werden.

Akklimatisierung ist also kein Trainingsprozess im klassischen Sinn. Sie passiert automatisch, sobald dein Körper einem neuen Umweltreiz ausgesetzt ist – aber sie braucht Zeit, und sie verschwindet wieder, sobald der Reiz wegfällt.

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Wie lange dauert Akklimatisierung?

Akklimatisierung dauert je nach Reiz unterschiedlich lang.

Bei Hitze und in der Höhe sind erste messbare Anpassungen nach wenigen Tagen sichtbar. Je nach Reiz reichen erste Anpassungen von Stunden bis Tagen; eine weitergehende Akklimatisierung dauert oft 1–2 Wochen, einzelne Prozesse – etwa die Blutbildung in der Höhe – deutlich länger (Brown et al. 2023; Mallet et al. 2023).

Bei Zeitzonenwechseln gilt die verbreitete Faustregel von einem Tag pro Stunde Zeitverschiebung – allerdings betonen aktuelle Sportmedizin-Reviews, dass diese Regel eher auf praktischer Erfahrung beruht als auf belastbaren Studiendaten (Janse van Rensburg et al. 2021).

Die folgenden Faustregeln sind die belastbarsten Anhaltspunkte aus der aktuellen Studienlage:

Reiz

Akklimatisierungs-Dauer

Zeitverschiebung

ca. 1 Tag pro Stunde (Faustregel, Konsens)

Höhe (>2.000 m)

7 bis 14 Tage (kurzfristige Anpassung); Blutbildung Wochen bis Monate

Hitze

Erste Effekte nach 3 bis 5 Tagen, vollständig nach 7 bis 14 Tagen

Kälte

14+ Tage


Sportwissenschaftler:innen unterscheiden dabei zwischen kurzfristiger Anpassung (Stunden bis Tage – z. B. erhöhte Atemfrequenz in der Höhe) und vollständiger Akklimatisierung (Tage bis Wochen – z. B. Plasma-Volumen-Anstieg bei Hitze oder Hämoglobin-Anstieg in der Höhe).

Kühl schlafen. Erholt ankommen.

So unterstützt du deine Akklimatisierung im Schlaf

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Höhenakklimatisierung: Wie passt sich dein Körper an Höhe an?

Ab etwa 2.000 m beginnt dein Körper, sich an den reduzierten Sauerstoffpartialdruck anzupassen – also den geringeren Druck, mit dem Sauerstoff in der dünneren Höhenluft in deine Lunge gelangt.

Die ventilatorische Anpassung – also die Steigerung der Atemfrequenz – ist nach rund zehn Tagen weitgehend abgeschlossen. Die Bildung neuer roter Blutkörperchen über Erythropoetin (EPO) braucht hingegen Wochen bis Monate (Mallet et al. 2023).

Klinische Leitlinien empfehlen ab 2.500 m einen langsamen Aufstieg von etwa 600 bis 1.200 Höhenmetern pro 24 Stunden (Khodaee et al. 2016).

Die wichtigsten physiologischen Reaktionen auf große Höhe:

  • Hyperventilation: Die Atmung steigt sofort an und passt sich über mehrere Tage weiter an; ein großer Teil der ventilatorischen Akklimatisierung erfolgt in der ersten Woche.
  • EPO-Anstieg und Blutbildung: Das Hormon Erythropoetin wird vermehrt ausgeschüttet. Die daraus resultierende Erhöhung von Hämoglobin und Hämatokrit braucht jedoch deutlich länger als die Atemanpassung.
  • Schlafqualität: Die nächtliche Sauerstoffsättigung sinkt deutlich. Bei einer Studie auf 3.100 m fiel die mittlere nächtliche SpO₂ in der ersten Nacht von 94,8 % auf 86,3 %. Nach drei Wochen erholte sie sich nur teilweise auf 89,8 %, und der Schlaf blieb durch häufige nächtliche Sauerstoffabfälle fragmentiert (Muralt et al. 2025).

Faustregel für sicheren Aufstieg: Ab 2.500 m sollten es nicht mehr als 600 bis 1.200 Höhenmeter pro Tag sein. Sportverbände empfehlen für Wettkämpfe in der Höhe eine Anreise von mindestens zwei Wochen vor dem Event (Khodaee et al. 2016).

Mexico City liegt auf etwa 2.240 m. Das Estadio Azteca ist damit der höchste Spielort des Turniers und bringt für nicht-akklimatisierte Teams, die auf Meereshöhe trainiert haben, einen messbaren Nachteil – Stichwort Höhentraining und Akklimatisierung.
 

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Hitzeakklimatisierung: Wie reagiert dein Körper auf Hitze?

Hitzeakklimatisierung ist eine der am besten untersuchten Anpassungsformen.

Erste messbare Effekte – niedrigere Ruheherzfrequenz, gesenkte Kerntemperatur – treten bereits nach drei bis fünf Tagen täglicher Hitzebelastung auf. Vollständige Anpassungen dauern ein bis zwei Wochen (Périard et al. 2015; Brown et al. 2023).

Eine aktuelle Metaanalyse zeigt: Die Ruhe-Kerntemperatur sinkt im Mittel um etwa 0,2 °C, die Ruhe-Herzfrequenz um etwa sechs Schläge pro Minute (Brown et al. 2023).

Die wichtigsten Anpassungen bei wiederholter Hitzebelastung:

  • Plasma-Volumen-Expansion: Das Blutvolumen steigt, was die Kreislaufbelastung senkt und die Wärmeabgabe verbessert.
  • Schweißrate steigt, Natrium-Verlust sinkt: Bei Elite-Radsportlern führte eine fünfwöchige Hitzeakklimatisierung zu einer um 0,44 l/h erhöhten Schweißrate und einer um 14,1 mmol/l reduzierten Natrium-Konzentration im Schweiß (Cubel et al. 2024).
  • Gesenkte Kern- und Hauttemperatur: Sowohl in Ruhe als auch unter Belastung.
  • Reduzierte Herzfrequenz bei gleicher Belastung: Im Schnitt sieben Schläge pro Minute weniger (Brown et al. 2023).

Für die volle Anpassung reichen in der Regel 60 bis 90 Minuten täglicher Hitzeexposition über 7 bis 14 Tage. Schon fünf Tage genügen für signifikante Effekte auf Herzfrequenz und Kerntemperatur (Daanen et al. 2018).

Ohne Hitzereiz gehen die Anpassungen vergleichsweise schnell wieder verloren – pro Tag ohne Hitzeexposition etwa 2,3 % der Herzfrequenz-Anpassung und 2,6 % der Kerntemperatur-Anpassung (Daanen et al. 2018). Eine spätere Re-Akklimatisierung verläuft allerdings deutlich schneller als der Erstaufbau.

Spielorte wie Houston, Miami, Dallas und Monterrey können im Juni und Juli Temperaturen weit über 30 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit erreichen.

Athlet:innen ohne Hitzeakklimatisierung liefen bei den Leichtathletik-WM 2019 in Doha im Schnitt schlechter und hatten höhere Spitzen-Kerntemperaturen als akklimatisierte Konkurrent:innen (Racinais et al. 2022). Sport bei Hitze stellt damit eigene Anforderungen an Training, Pacing und Recovery.

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Jetlag-Akklimatisierung: Wie verarbeitet dein Körper den Wechsel der Zeitzone?

Bei Flügen über mehrere Zeitzonen gerät dein zirkadianer Rhythmus aus dem Takt mit der lokalen Hell-Dunkel-Umgebung.

Die verbreitete Faustregel lautet: etwa ein Tag Anpassung pro Stunde Zeitverschiebung. Aktuelle Reviews weisen aber darauf hin, dass diese Regel auf Expertenkonvention beruht und nicht durch harte Effektgrößen belegt ist (Janse van Rensburg et al. 2020; Janse van Rensburg et al. 2021).

Ostflüge sind dabei in der Regel anspruchsvoller als Westflüge.

Die innere Uhr sitzt im Gehirn und nutzt vor allem Licht als Zeitgeber.

Wenn du in einer neuen Zeitzone in einer anderen Hell-Dunkel-Phase ankommst, dauert es Tage, bis sich Hormonrhythmen (Melatonin, Cortisol), Körpertemperatur und Schlaf-Wach-Rhythmus neu kalibriert haben.

Ost- vs. Westflüge: Eine kontrollierte Studie mit trainierten Männern nach einem Acht-Zeitzonen-Flug zeigte, dass sich Yo-Yo-Leistung und 20-m-Sprintzeiten nach einem Ostflug stärker verschlechterten als nach einem Westflug – vor allem in den ersten 72 Stunden (Fowler et al. 2017).

Der biologische Hintergrund: Die innere Uhr lässt sich leichter verlängern als verkürzen. Westflüge „verlängern“ den Tag und passen damit besser zum natürlichen Rhythmus.

Reisefatigue vs. Jetlag: Beides sind unterschiedliche Phänomene. Reisefatigue entsteht durch den Flug selbst (Sitzen, trockene Luft, Bewegungsmangel) und verschwindet meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden.

Jetlag ist die anhaltende Dyssynchronie zwischen innerer Uhr und Umwelt und kann mehrere Tage dauern (Roach & Sargent 2019).

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Wie kannst du die Akklimatisierung beschleunigen?

Akklimatisierung lässt sich nicht erzwingen, aber mit gezielten Hebeln spürbar unterstützen.

Die wichtigsten Stellschrauben sind Lichtexposition zur passenden Tageszeit, ausreichende Hydration, Schlafstabilität und – wenn möglich – eine schrittweise Anpassung an den neuen Reiz (Pre-Adaptation).

Studien zur Wirksamkeit einzelner Strategien sind allerdings heterogen, und viele Empfehlungen beruhen eher auf Konsens als auf großen randomisierten Studien (Janse van Rensburg et al. 2021).

Konkrete Hebel im Überblick:

  • Lichtexposition: Das stärkste Werkzeug zur Verschiebung der inneren Uhr. Helles Tageslicht morgens beschleunigt die Anpassung nach Ostflug, abendliches Licht hilft nach Westflug. Konkrete Timing-Protokolle für eine gezielte Lichttherapie bietet Roach & Sargent (2019).
  • Hydration: Hitze und Höhe erhöhen den Flüssigkeits- und Elektrolytbedarf deutlich. Wer dehydriert ist, akklimatisiert langsamer – sowohl ausreichende Hydration im Sport als auch das passende Pensum, wie viel Wasser du trinken solltest, spielen dabei eine Rolle.
  • Schlaf: Im Schlaf laufen viele Regenerations- und Anpassungsprozesse ab. Schlafmangel verlängert die Akklimatisierungsphase und schwächt parallel das Immunsystem.
  • Pre-Adaptation: Vor einer Reise in heiße Regionen kann eine Hitzekammer- oder Sauna-Phase erste Anpassungen anstoßen. Bei Höhentrips können Höhenzelte oder simulierte Hypoxie helfen. Die Evidenz für eine Übertragung auf Wettkampfleistung ist vielversprechend, aber nicht eindeutig (Périard et al. 2015).
  • Ernährung: Bei Hitze steigt der Natriumverlust über den Schweiß zunächst stark an, bevor sich die Schweißzusammensetzung im Laufe der Akklimatisierung optimiert. In dieser Phase kann eine etwas höhere Salzzufuhr sinnvoll sein – individuelle Beratung vorausgesetzt.
Anna West
Anna West
Anna West, Sleep and Recovery Expert

„Akklimatisierung passiert nicht nur tagsüber. Schlaf ist der Hebel, der entscheidet, wie schnell sich der Körper neu kalibriert.“

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Was passiert, wenn du dich nicht akklimatisierst?

Wer ohne Akklimatisierung in Hitze, Höhe oder eine neue Zeitzone reist und sofort Leistung abrufen will, zahlt einen messbaren Preis.

Schlafqualität, kognitive Leistung und körperliche Belastbarkeit sinken parallel.
Bei Fußballspielen in moderater Höhe von über 1.000 m wurde in den ersten Stunden bis Tagen eine um etwa 5 bis 9 % reduzierte Gesamtdistanz auf dem Platz gemessen – ein Effekt, der mit längerer Höhenexposition abnahm (Draper et al. 2022).

Die wichtigsten Konsequenzen mangelnder Akklimatisierung:

  • Schlafqualität: Sinkt in der Höhe durch nächtliche Sauerstoffsättigungs-Abfälle, in der Hitze durch erhöhte Kerntemperatur, bei Jetlag durch Phasenverschiebung der inneren Uhr.
    Reduzierte sportliche Leistung: Im Fußball auf moderater Höhe etwa 5 bis 9 % weniger Laufdistanz in den ersten Tagen (Draper et al. 2022); bei nicht-akklimatisierten Athlet:innen im Hitzewettkampf höhere Spitzen-Kerntemperaturen und schlechtere Platzierungen (Racinais et al. 2022).
  • Höheres Infektrisiko: Internationales Reisen, Höhentraining und Umweltstress sind mit einer erhöhten Rate akuter Atemwegsinfekte bei Athlet:innen assoziiert (Derman et al. 2022; Walsh 2018).
  • Kognitive Einbußen: Reaktionszeit, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung können unter Jetlag- und Hitzebelastung leiden – ein relevanter Faktor in Spielsportarten.

Bei großer Höhe (über 2.500 m) kommt zusätzlich das Risiko der akuten Höhenkrankheit (AHAI) hinzu, das mit langsamerem Aufstieg deutlich gesenkt werden kann (Khodaee et al. 2016).

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Akklimatisierung im Sport: Was bedeutet sie für die Fußball-WM 2026?

Die Fußball-WM 2026 wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen und ist aus Akklimatisierungs-Sicht ein extremes Szenario.

Innerhalb eines Turniers können Teams mit Zeitverschiebung, Höhe und Hitze in völlig unterschiedlichen Kombinationen konfrontiert sein.

Wer aus Mitteleuropa anreist, muss mit fünf bis neun Stunden Zeitverschiebung umgehen – plus möglicherweise 2.240 m Höhe in Mexico City oder über 30 °C mit hoher Luftfeuchtigkeit in Houston, Miami, Dallas oder Monterrey.

Drei realistische Szenarien für Teams aus Deutschland:

  1. Deutschland > Mexico City: -7 Stunden Zeitverschiebung plus ~2.240 m Höhe. Die kurzfristige Höhenanpassung (Atmung) ist nach ungefähr zehn Tagen weitgehend abgeschlossen (Mallet et al. 2023). Sportverbände empfehlen die Anreise mindestens zwei Wochen vor dem Spiel (Khodaee et al. 2016).
  2. Deutschland > Houston im Juni: -7 Stunden plus ~33 °C bei rund 70 % Luftfeuchtigkeit. Hitzeakklimatisierung braucht 7 bis 14 Tage tägliche Exposition (Périard et al. 2015; Brown et al. 2023). Pre-Adaptation in Hitzekammern kann Vorbereitungszeit reduzieren.
  3. Deutschland > Toronto: -6 Stunden, moderates Klima. Hier ist Jetlag der dominante Faktor. Faustregel: rund ein Tag Anpassung pro Stunde Zeitverschiebung – Ostflug zurück wird in der Regel anspruchsvoller (Fowler et al. 2017).
Anna West
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Anna West, Sleep and Recovery Expert

„In an ideal world, you wouldn't have humidity differences, temperature differences or height differences — but you will. These are non-negotiables.“

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Genau darum geht es bei strategischer Akklimatisierungs-Planung: Die Reize lassen sich nicht eliminieren, aber durch frühzeitige Anreise, Pre-Adaptation und Schlaf als Leistungsträger im Profisport lässt sich der Leistungsabfall in den entscheidenden ersten Tagen begrenzen.

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Akklimatisierung für Fans

Gleiche Biologie, anderes Spiel: Wer als Fan zur WM 2026 reist, hat in der Regel keine Wochen Vorlauf für eine vollständige Akklimatisierung – und braucht sie auch nicht.

Bei einem 7-Tage-Trip ist eine vollständige Anpassung an Hitze, Höhe oder Zeitzone unrealistisch.

Praktische Tipps für kurze Trips: Wer nur eine Woche in Mexico City oder Houston ist, fährt oft besser damit, den Heimatrhythmus weitgehend zu halten und mit gezielten Hebeln zu arbeiten.

Dazu gehören Lichtexposition zur passenden Tageszeit, ausreichend Wasser, moderate körperliche Aktivität statt Vollbelastung und ein klarer Schlaf-Wach-Plan – Bausteine, die bei der WM-2026-Reise zu einer konkreten Routine zusammenkommen.

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Fazit: Akklimatisierung als unsichtbarer Performance-Hebel

Akklimatisierung passiert automatisch – aber sie braucht Zeit, und sie ist planbar. Für Hitze und Höhe gilt: 7 bis 14 Tage vor Ort sind die belastbarste Faustregel, kürzere Zeiträume liefern Teil-Anpassungen.

Für Zeitzonenwechsel ist Licht der stärkste Hebel, Schlaf der entscheidende Recovery-Faktor. Wer früh plant und parallel an Schlaf und Recovery arbeitet – etwa mit dem BLACKROLL® RECOVERY PILLOW für stabile Schlafphasen unterwegs – minimiert den Leistungsabfall in den entscheidenden ersten Tagen.

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FAQ – Häufige Fragen zur Akklimatisierung

FAQ – Häufige Fragen zur Akklimatisierung

Die kurzfristige Höhenakklimatisierung dauert in der Regel 7 bis 14 Tage. Die ventilatorische Anpassung ist nach rund zehn Tagen weitgehend abgeschlossen, die Blutbildung über EPO braucht Wochen bis Monate (Mallet et al. 2023). Bei der WM 2026 betrifft das vor allem Mexico City auf etwa 2.240 m.

Erste messbare Effekte – niedrigere Ruheherzfrequenz, gesenkte Kerntemperatur – sind nach drei bis fünf Tagen täglicher Hitzeexposition messbar. Eine vollständige Anpassung dauert 7 bis 14 Tage mit 60 bis 90 Minuten täglicher Belastung in der Hitze (Périard et al. 2015; Brown et al. 2023).

Akklimatisierung ist die reversible, kurz- bis mittelfristige Anpassung des Körpers an einen Umweltreiz – innerhalb von Tagen bis Wochen. Adaptation bezeichnet langfristige, oft genetisch verankerte Anpassungen über Generationen, wie sie bei Hochland-Bevölkerungen in den Anden oder Tibet zu beobachten sind.

Teilweise. Die wichtigsten Hebel sind gezielte Lichtexposition (für die innere Uhr), gute Hydration, stabile Schlafphasen und – wenn möglich – Pre-Adaptation durch Hitzekammern oder Höhenzelte vor der Reise. Viele dieser Strategien basieren auf Expertenkonsens, die Evidenzbasis ist heterogen (Janse van Rensburg et al. 2021).

Schlafqualität, Konzentration und sportliche Leistung sinken. Im Fußball wurden in moderater Höhe etwa 5 bis 9 % weniger Laufdistanz pro Spiel in den ersten Tagen gemessen (Draper et al. 2022). Zusätzlich steigt das Risiko für akute Atemwegsinfekte bei internationalen Reisen und Umweltstress (Derman et al. 2022).

Die verbreitete Faustregel lautet etwa ein Tag pro Stunde Zeitverschiebung – sie beruht allerdings auf Expertenkonsens, nicht auf harten Effektgrößen (Janse van Rensburg et al. 2021). Westflüge sind in der Regel leichter zu verkraften als Ostflüge: Nach Ostflug verschlechtern sich Sprint- und Ausdauerleistung in den ersten 72 Stunden stärker (Fowler et al. 2017).

Bei kurzen Trips ist eine vollständige Akklimatisierung unrealistisch. Oft ist es sinnvoller, den Heimatrhythmus weitgehend zu halten und gezielt mit Licht, Hydration und Schlafhygiene zu arbeiten. Wichtiger als die volle Anpassung sind in diesem Fall stabile Schlafphasen und realistische Belastungsplanung.

Quellen
Brown, H. A., Topham, T., Clark, B., et al. (2023). Quantifying exercise heat acclimatisation in athletes and military personnel: A systematic review and meta-analysis. Sports Medicine, 54(1), 35–54.
https://doi.org/10.1007/s40279-023-01832-9

Cubel, C., Fischer, M., Stampe, D., et al. (2024). Time-course for onset and decay of physiological adaptations in endurance trained athletes undertaking prolonged heat acclimation training. Temperature, 11(2), 223–237.
https://doi.org/10.1080/23328940.2023.2281898

Daanen, H. A. M., Racinais, S., & Périard, J. D. (2018). Heat acclimation decay and re-induction: A systematic review and meta-analysis. Sports Medicine, 48(2), 409–430.
https://doi.org/10.1007/s40279-017-0808-x

Derman, W., Badenhorst, M., Eken, M. M., et al. (2022). Risk factors associated with acute respiratory illnesses in athletes: A systematic review. British Journal of Sports Medicine, 56(6), 324–331.
https://doi.org/10.1136/bjsports-2020-103464

Draper, G., Wright, M., Ishida, A., et al. (2022). Do environmental temperatures and altitudes affect physical outputs of elite football athletes in match conditions? Science and Medicine in Football, 6(2), 113–128.
https://doi.org/10.1080/24733938.2021.2003909

Fowler, P. M., Knez, W., Crowcroft, S., et al. (2017). Greater effect of east versus west travel on jet lag, sleep, and team sport performance. Medicine & Science in Sports & Exercise, 49(12), 2548–2555.
https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000001382

Janse van Rensburg, D. C. C., Jansen van Rensburg, A., Fowler, P., et al. (2020). How to manage travel fatigue and jet lag in athletes? A systematic review of interventions. British Journal of Sports Medicine, 54(16), 974–984.
https://doi.org/10.1136/bjsports-2019-101635

Janse van Rensburg, D. C. C., Jansen van Rensburg, A., Fowler, P., et al. (2021). Managing travel fatigue and jet lag in athletes: A review and consensus statement. Sports Medicine, 51(10), 2029–2050.
https://doi.org/10.1007/s40279-021-01429-1

Khodaee, M., Grothe, H., Seyfert, J., & VanBaak, K. (2016). Athletes at high altitude. Sports Health, 8(2), 126–132.
https://doi.org/10.1177/1941738116630947

Mallet, R. T., Burtscher, J., Pialoux, V., et al. (2023). Molecular mechanisms of high-altitude acclimatization. International Journal of Molecular Sciences, 24(3), 2380.
https://doi.org/10.3390/ijms24032380

Muralt, L., Lichtblau, M., Aeschbacher, S., et al. (2025). Respiratory acclimatization and psychomotor performance after rapid ascent and during 3 weeks at 3,100 m. Frontiers in Physiology, 16, 1430428.
https://doi.org/10.3389/fphys.2025.1430428

Périard, J. D., Racinais, S., & Sawka, M. N. (2015). Adaptations and mechanisms of human heat acclimation: Applications for competitive athletes and sports. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, 25(S1), 20–38.
https://doi.org/10.1111/sms.12408

Racinais, S., Havenith, G., Aylwin, P., et al. (2022). Association between thermal responses, medical events, performance, heat acclimation and health status in elite athletes during the 2019 Doha World Athletics Championships. British Journal of Sports Medicine, 56(16), 919–926.
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Roach, G. D., & Sargent, C. (2019). Interventions to minimize jet lag after westward and eastward flight. Frontiers in Physiology, 10, 927.
https://doi.org/10.3389/fphys.2019.00927

Walsh, N. P. (2018). Recommendations to maintain immune health in athletes. European Journal of Sport Science, 18(6), 820–831.
https://doi.org/10.1080/17461391.2018.1449895