
Koffein - Der beliebteste Wachmacher der Welt

Koffein ist die weltweit meistkonsumierte psychoaktive Substanz — und eine der wirksamsten, wenn sie richtig eingesetzt wird. Es blockiert Müdigkeitssignale im Gehirn, steigert Konzentration und Ausdauer, und kann gezielt gegen Jetlag eingesetzt werden. Der entscheidende Faktor ist nicht die Menge, sondern das Timing. Was das in der Praxis bedeutet, erfährst du hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Wirkung: Koffein blockiert das Müdigkeitshormon Adenosin im Gehirn. Du wirst wacher, konzentrierter und leistungsfähiger. Wirkungsbeginn: 15–30 Min., Dauer: 3–7 Stunden.
- Tagesdosis: Max. 400 mg für gesunde Erwachsene (EFSA). Entspricht ca. 4 Tassen Filterkaffee. Schwangere: max. 200 mg.
- Sport: 3–6 mg/kg Körpergewicht, 30–60 Min. vor dem Training. Leistungssteigerung von 5–10 % möglich.
- Reise & Jetlag (NEU): Nach Westflügen (Europa → USA) Koffein gezielt am Ankunfts-Vormittag einsetzen, um die innere Uhr schneller zu verschieben. Nie auf leeren Magen und nie weniger als 8–10 Stunden vor dem Schlafen.
- Schlaf: Koffein spätestens 8 Stunden vor dem Schlafen absetzen. Alkohol und Koffein sind keine gute Kombination, da beide die Schlafarchitektur stören.
- Timing ist alles: Koffein ist Freund mit Timing, Feind ohne. Die Menge ist oft weniger entscheidend als der richtige Zeitpunkt.
Ob morgens im Kaffee, nachmittags im schwarzen Tee oder als Energy Drink vor dem Training – Koffein ist für viele von uns der tägliche Energie-Kick. Vielleicht greifst auch Du regelmäßig zur Tasse oder Dose, um wacher, konzentrierter oder einfach besser gelaunt durch den Tag zu kommen.
Schon seit Jahrhunderten nutzen Menschen weltweit koffeinhaltige Getränke – vom traditionellen Teezeremoniell in Asien über den arabischen Kaffeehandel bis hin zum modernen Coffee-to-go. Was früher als Genuss- und Kulturgetränk begann, ist heute für Millionen ein fester Bestandteil des Alltags – ob in gemütlicher Runde, als Pausenritual oder als schneller Wachmacher unterwegs.
In diesem Artikel erfährst Du, wie Koffein im Körper wirkt, wie viel davon in Kaffee, Tee und Energy Drinks steckt, welche gesundheitlichen Vor- und Nachteile es gibt und wie Du Deinen Konsum bewusst steuern kannst. Außerdem lernst Du koffeinfreie Alternativen kennen, die Dir trotzdem Energie schenken – ganz ohne Schlafprobleme oder Herzklopfen.

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Was ist Koffein und wo kommt es vor?
Koffein ist ein natürlich vorkommender, leicht bitter schmeckender Stoff, der zu den Alkaloiden gehört. Chemisch betrachtet ist es eine stickstoffhaltige Verbindung, die in bestimmten Pflanzen als natürlicher Schutzstoff gegen Insekten gebildet wird. Für uns Menschen wirkt Koffein in erster Linie anregend auf das zentrale Nervensystem. Deshalb ist es als Wachmacher so beliebt.
Entdeckt wurde Koffein 1819 vom deutschen Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge, der den Wirkstoff erstmals aus Kaffeebohnen isolierte. Heute weiß man, dass Koffein in über 60 Pflanzenarten vorkommt.
Natürliche Quellen von Koffein
- Kaffee: 60–100 mg pro Tasse. Der Gehalt variiert je nach Bohne, Röstung und Zubereitung.
- Schwarzer und grüner Tee: 30–60 mg pro Tasse. Oft auch als Teein bezeichnet.
- Kakao: Nur geringe Mengen Koffein. Enthält dafür Theobromin, das ähnlich, aber milder wirkt.
- Mate: Ca. 20–30 mg pro Tasse. Traditionelles südamerikanisches Getränk.
- Guarana: Besonders koffeinreich. Häufig in Energy Drinks und Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.
- Cola & Energy Drinks: Koffein wird hier meist als Extrakt oder synthetisch zugesetzt.

Koffein Wirkung auf den Körper
Koffein ist vor allem deshalb so beliebt, weil es wacher, konzentrierter und leistungsfähiger macht. Im Gehirn blockiert es die Rezeptoren für das Müdigkeitshormon Adenosin. Dadurch bleibt das Nervensystem aktiver, Herzschlag und Stoffwechsel steigen leicht an, und wir fühlen uns energiegeladener. Zusätzlich regt Koffein die Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin an.
Positive Effekte auf einen Blick
- Konzentration & Wachheit: Länger fokussiert arbeiten oder lernen.
- Leistungsfähigkeit im Sport: Ausdauer und Kraft können kurzfristig gesteigert werden.
- Stoffwechsel & Fettverbrennung: Leicht erhöhter Energieverbrauch, besonders in Kombination mit Bewegung.
- Stimmung: Durch die erhöhte Dopaminausschüttung fühlen sich viele Menschen motivierter und positiver gestimmt.
Die ersten Effekte spürst du meist nach 15–30 Minuten. Der Höhepunkt der Wirkung wird nach 30–60 Minuten erreicht. Die Wirkungsdauer liegt individuell zwischen 3 und 7 Stunden.

Koffeingehalt im Vergleich
Koffein steckt nicht nur im Kaffee. Auch Tee, Cola, Energy Drinks und sogar Kakao enthalten den anregenden Stoff – allerdings in sehr unterschiedlichen Mengen. Der genaue Koffeingehalt hängt stark von der Zubereitung, der Sorte und der Portionsgröße ab.
Koffeingehalt ausgewählter Getränke pro Portion
Getränk | Portionsgröße | Koffeingehalt (Ø) |
Filterkaffee | 200 ml | 60–100 mg |
Espresso | 30 ml | 30–50 mg |
Schwarzer Tee | 200 ml | 30–60 mg |
Grüner Tee | 200 ml | 20–50 mg |
Cola | 330 ml | 30–50 mg |
Energy Drink | 250 ml | 80 mg |
Kakao (heiß) | 200 ml | 5–15 mg |
Mate-Tee | 200 ml | 20–30 mg |
Alle Werte sind Durchschnittswerte und können je nach Marke, Sorte und Zubereitung variieren.
Einfluss der Zubereitung auf den Koffeingehalt
- Kaffee: Bohnenart, Mahlgrad, Röstung und Brühzeit haben großen Einfluss. Längerer Kontakt des Wassers mit dem Kaffeepulver (z. B. bei French Press) erhöht den Koffeingehalt.
- Tee: Ziehzeit und Wassertemperatur spielen eine große Rolle – längere Ziehzeiten lösen mehr Koffein.
- Energy Drinks & Cola: Der Koffeingehalt ist industriell festgelegt, kann aber je nach Hersteller variieren.
- Kakao: Enthält nur wenig Koffein, dafür mehr Theobromin, das sanfter wirkt.
Wer seinen Koffeinkonsum kontrollieren möchte, sollte nicht nur auf Kaffee achten – mehrere Tassen Tee, eine Cola und ein Energy Drink können zusammen schnell die empfohlene Tagesmenge erreichen.

Wie viel Koffein am Tag?
Wie viel Koffein pro Tag unbedenklich ist, hängt von deiner individuellen Empfindlichkeit, deinem Gesundheitszustand und deinem Lebensstil ab. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt für gesunde Erwachsene maximal 400 mg Koffein pro Tag – das entspricht etwa vier Tassen Filterkaffee oder fünf bis sechs Tassen schwarzem Tee. Für Schwangere und Stillende liegt der Richtwert bei maximal 200 mg pro Tag (EFSA, 2015).
💡 Gut zu wissen!
Regelmäßiger Konsum in moderaten Mengen wird von den meisten Menschen gut vertragen. Entscheidend ist, den eigenen Körper zu beobachten – Schlafprobleme, Nervosität oder Herzrasen sind Signale, dass es zu viel sein könnte.
Ist Koffein gesund?
Die Forschung zu Koffein ist umfangreich – und die Ergebnisse sind differenziert:
- Herz & Kreislauf: Laut einer Studie ist moderater Koffeinkonsum nicht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Bei manchen Menschen mit Herzrhythmusstörungen kann jedoch eine Reduktion sinnvoll sein (Zhong et al., 2021).
- Stoffwechsel: Studien zeigen, dass Koffein kurzfristig den Energieverbrauch und die Fettverbrennung leicht steigern kann. Langfristig ist der Effekt allerdings eher gering.
- Krebs: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Koffein nicht als krebserregend ein. Einige Untersuchungen deuten sogar auf ein geringeres Risiko für bestimmte Krebsarten wie Leber- oder Darmkrebs bei moderatem Kaffeekonsum hin.
Für gesunde Erwachsene kann Koffein in Maßen Teil eines gesunden Lebensstils sein. Entscheidend ist, die eigene Toleranz zu kennen und den Konsum so zu steuern, dass Schlaf und Wohlbefinden nicht beeinträchtigt werden.

Zu viel Koffein – Symptome & Risiken
Koffein kann in moderaten Mengen positive Effekte haben – doch zu viel davon kann deinen Körper aus dem Gleichgewicht bringen. Ab einer gewissen Dosis überwiegen die Nachteile, und bei sehr empfindlichen Personen treten Nebenwirkungen sogar schon bei geringeren Mengen auf.
Typische Symptome bei zu hohem Koffeinkonsum
- Nervosität & innere Unruhe: Das Nervensystem läuft auf Hochtouren, du fühlst dich gereizt oder unruhig.
- Schlafstörungen: Koffein kann das Einschlafen verzögern und die Schlafqualität mindern – selbst wenn es Stunden vor dem Zubettgehen konsumiert wird.
- Herzrasen & erhöhter Blutdruck: Durch die stimulierende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System kann es zu spürbarem Herzklopfen kommen.
Abhängigkeit & Entzug
Regelmäßiger, hoher Koffeinkonsum kann zu einer leichten physiologischen Abhängigkeit führen. Entzugssymptome treten meist 12–24 Stunden nach der letzten Dosis auf und können beinhalten:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Gereiztheit
- Konzentrationsschwierigkeiten
Diese Beschwerden sind unangenehm, klingen aber in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.
Gefahr einer Überdosierung
Eine akute Koffein-Überdosis ist selten, kann aber ernsthafte Folgen haben. Symptome sind unter anderem:
- Starker Herzschlag, Zittern
- Übelkeit, Erbrechen
- Schwindel, Angstzustände
- In sehr hohen Mengen (über 1–1,5 g Koffein auf einmal) sogar Krampfanfälle oder Herzrhythmusstörungen
⚠️ Richtwert:
Die EFSA sieht für gesunde Erwachsene eine Einzeldosis von bis zu 200 mg und eine Tagesmenge von maximal 400 mg Koffein als unbedenklich an. Wer deutlich darüber liegt, riskiert unerwünschte Effekte – besonders bei bestehender Herzproblematik oder Schlafstörungen.

Koffeinabbau & Koffeinempfindlichkeit
Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Koffein – und das hat viel damit zu tun, wie schnell oder langsam dein Körper den Stoff abbaut. Dieser Prozess läuft vor allem in der Leber ab, wo ein bestimmtes Enzym den größten Teil des Koffeins verarbeitet.
Wie lange bleibt Koffein im Körper?
Die sogenannte Halbwertszeit von Koffein – also die Zeit, in der die Hälfte der aufgenommenen Menge abgebaut ist – liegt bei den meisten Erwachsenen zwischen 3 und 7 Stunden. Das bedeutet: Wenn du um 15 Uhr 200 mg Koffein zu dir nimmst, können um 21 Uhr immer noch rund 100 mg im Blut sein.
Mehrere Faktoren beeinflussen, wie schnell dein Körper Koffein abbaut:
- Genetik: Manche Menschen bauen Koffein schneller ab, andere langsamer.
- Alter: Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel – Koffein bleibt länger im Körper.
- Schwangerschaft: In der Schwangerschaft kann sich die Halbwertszeit auf 8–10 Stunden verlängern.
- Medikamente & Lebergesundheit: Bestimmte Medikamente (z. B. einige Antibiotika, Antidepressiva) oder Lebererkrankungen verlangsamen den Abbau.
- Rauchen: Nikotin kann den Koffeinabbau beschleunigen, sodass die Wirkung kürzer anhält.
Genetische Unterschiede & Altersfaktoren
Ob du Koffein gut verträgst oder schon bei kleinen Mengen Herzklopfen bekommst, hängt oft von deinen Genen ab. Ein bestimmtes Gen entscheidet maßgeblich darüber, ob du ein „Schnellabbauer“ oder „Langsambauer“ bist.
- Schnellabbauer: Spüren die Wirkung kürzer und vertragen meist auch größere Mengen.
- Langsambauer: Reagieren oft sensibler und können selbst nachmittags konsumiertes Koffein noch im Schlaf merken.
Auch das Alter spielt eine Rolle: Jüngere Erwachsene bauen Koffein in der Regel schneller ab, während sich der Prozess im höheren Alter verlangsamt. Das erklärt, warum manche Menschen erst später im Leben Probleme mit Kaffee am Nachmittag oder Kaffee vor dem Schlafen bekommen.

Koffein im Sport: Wirkung, Dosierung und Schmerzschwelle
Koffein gehört zu den am besten untersuchten und wirksamsten legalen Substanzen im Sport. Es wird von Breiten- wie Spitzensportlern eingesetzt, um Aufmerksamkeit, Ausdauer und Trainingsleistung zu steigern. Seit seiner Streichung von der WADA-Dopingliste im Jahr 2004 ist es eines der beliebtesten Ergogenika weltweit.
Höchste eingesetzte Mengen
In frühen Studien wurden Koffeindosen von bis zu 13 mg pro Kilogramm Körpergewicht getestet (z. B. Graham & Spriet, 1995). Diese sehr hohen Mengen führten häufig zu Nebenwirkungen wie Herzrasen, Nervosität oder Magenproblemen und gelten heute als nicht praxistauglich. In den meisten aktuellen Studien liegen die wirksamen Dosen bei 3–6 mg/kg Körpergewicht – das entspricht bei einer 70-kg-Person etwa 210–420 mg Koffein. Bereits niedrigere Mengen von 2–3 mg/kg können Leistungssteigerungen bewirken.
Warum pro kg Körpergewicht dosieren?
Die Wirkung von Koffein hängt von der relativen Menge im Körper ab. Eine absolute Dosis von 200 mg hat bei einer 50-kg-Person deutlich stärkere Effekte als bei einem 100-kg-Athleten. Deshalb wird in der Sportforschung die Dosierung in mg pro kg Körpergewicht angegeben.
Warum Koffein so beliebt im Sport ist
- Verbesserte Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit – Koffein blockiert Adenosinrezeptoren und reduziert Müdigkeit.
- Erhöhte Ausdauerleistung – Adrenalinfreisetzung und eine leichte Verschiebung des Energiestoffwechsels machen Belastungen subjektiv leichter.
- Kraft- und Sprintsteigerung – moderate Effekte, besonders bei Intervallbelastungen.
- Höhere Schmerzschwelle – Koffein reduziert die wahrgenommene Anstrengung und Schmerzintensität, sodass Athleten länger und härter trainieren können.
- Legaler Vorteil – Koffein ist frei erhältlich und wird von der WADA überwacht, steht aber nicht mehr auf der Dopingliste.
Praxisempfehlungen
- Effektiv: 3–6 mg/kg, 30–60 Minuten vor dem Training oder Wettkampf.
- Niedrigdosiert: 1–3 mg/kg für empfindliche Personen – immer noch wirksam, mit weniger Nebenwirkungen.
- Hochdosiert: >9 mg/kg bringt keinen Zusatznutzen und erhöht nur das Risiko von Nebenwirkungen.
Timing: Idealerweise 60 Minuten vor Belastung, alternativ kleinere Portionen über den Wettkampftag verteilt.
Dosierung (mg/kg KG) | Wirkung | Risiken/Nebenwirkungen |
1–3 | Leichte Leistungssteigerung, weniger Müdigkeit | Sehr geringe Nebenwirkungen |
3–6 | Optimale Leistungssteigerung in Ausdauer und Kraft | Einzelfälle: Nervosität, Schlafprobleme |
>9 | Kein Zusatznutzen | Herzrasen, Magenprobleme, Unruhe |

Koffein als Reise-Werkzeug — wie Profis es nutzen
Koffein gehört zu den mächtigsten Mitteln gegen Jetlag — wenn es richtig getimed ist. Die Regel: Nach Westflügen (Europa → USA) am Ankunfts-Vormittag gezielt einsetzen, um die innere Uhr schneller zu verschieben. Nie auf leeren Magen und nie innerhalb von 8–10 Stunden vor der geplanten Schlafzeit.
Anna West, Sleep Performance Coach, setzt Koffein im Profifußball gezielt als Timing-Instrument ein — wenn Spieler:innen aus Europa in die USA reisen. Genau das, was bei der Fußball-WM 2026 auf alle zukommt, die den Spielen vor Ort folgen oder selbst transatlantisch fliegen. Die Grundidee: Koffein ist kein Wachmacher, den man einfach trinkt — es ist ein zirkadianer Rhythmus-Hebel, den man mit Bedacht bewegt.
Wissenschaftlich ist das gut belegt: Eine Dosis von 3 mg/kg Körpergewicht, drei Stunden vor der natürlichen Wachphase eingenommen, kann die innere Uhr um bis zu 40 Minuten verschieben (Burke et al. 2015). Für eine 75-kg-Person entspricht das etwa 225 mg Koffein — rund zwei Espressi.

„Koffein ist Freund mit Timing, Feind ohne. Niemals auf leeren Magen — sonst kommt der Crash.“
Zum ProfilDie 5 Regeln für Reisende und WM-Fans
- Nie auf leeren Magen: Koffein auf nüchternen Magen kann eine starke Insulinreaktion provozieren. Der kurze Energieschub endet oft mit einem deutlichen Crash. Deshalb gilt: erst frühstücken, dann koffeinieren.
- Spätestens 8–10 Stunden vor der geplanten Schlafzeit: Die Halbwertszeit von Koffein liegt bei etwa 5–7 Stunden. Wer um 23:00 Uhr schlafen möchte, sollte die letzte Tasse idealerweise bis 13–15 Uhr trinken.
- Nach Westflügen (Europa → USA) gezielt am Ziel-Vormittag einsetzen: Nicht im Flieger koffeinieren, sondern erst am Zielort. So bleibt man tagsüber wacher und unterstützt die schnellere Anpassung der inneren Uhr. Koffein im Flugzeug, obwohl der Körper eigentlich schlafen sollte, kann den Jetlag verstärken.
- Dosis-Faustregel: Etwa 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine 70-kg-Person entspricht das ungefähr 200–210 mg, also etwa einem großen Filterkaffee oder zwei Espressi.
- Im Sport-Kontext: Wird Koffein 30–60 Minuten vor der Belastung eingenommen, sind Leistungssteigerungen von 5–10 % möglich.
Mehr dazu, wie Profi-Teams Schlaf als Leistungsträger nutzen und was das WM-Reise-Playbook konkret bedeutet, zeigen wir in unseren weiterführenden Artikeln. Dort beleuchten wir auch den Zusammenhang zwischen Sport und Schlaf ausführlicher.

Koffeinfreie Alternativen & Alltagstipps
Manchmal möchte man den Geschmack und das Ritual eines heißen Getränks genießen, ohne die aufputschende Wirkung von Koffein. Das kann besonders hilfreich sein, wenn du empfindlich reagierst, Schlafprobleme hast oder deinen Konsum bewusst reduzieren möchtest.
3 koffeinfreie Alternativen
- Kräutertees / Ingwertees – Pfefferminze, Kamille oder Rooibos sind von Natur aus koffeinfrei, schmecken aromatisch und können sogar beruhigend wirken.
- Getreidekaffee – Aus Gerste, Roggen oder Zichorie hergestellt, bietet er ein kaffeeähnliches Aroma ohne Koffein.
- Dunkle Schokolade – Enthält zwar geringe Mengen Koffein, aber deutlich weniger als Kaffee oder schwarzer Tee. Sie liefert zudem Theobromin, das sanfter anregt und gleichzeitig die Stimmung heben kann.
5 Alltagstipps für bewussten Koffeingenuss
- Koffeinfreie Zeiten einplanen – Verzichte 6–8 Stunden vor dem Schlafengehen auf koffeinhaltige Getränke, um die Schlafqualität zu verbessern.
- Schrittweise reduzieren – Senke deinen Konsum langsam, um Entzugssymptome wie Kopfschmerzen zu vermeiden.
- Auf versteckte Koffeinquellen achten – Auch Cola, Energy Drinks, Schokolade oder bestimmte Medikamente können Koffein enthalten.
- Abwechslung schaffen – Ersetze jede zweite Tasse Kaffee oder schwarzen Tee durch eine koffeinfreie Alternative.
Bewusst genießen – Statt automatisch zur nächsten Tasse zu greifen, überlege, ob du wirklich wach werden willst – oder ob ein Glas Wasser oder ein kurzer Spaziergang reicht.

FAQ: Die häufigsten Fragen zu Koffein
Koffein blockiert im Gehirn das Müdigkeitshormon Adenosin, wodurch du dich wacher und konzentrierter fühlst.
Eine Tasse Filterkaffee enthält durchschnittlich 60–100 mg Koffein, schwarzer Tee etwa 30–60 mg.
Die Wirkung setzt meist nach 15–30 Minuten ein und kann je nach Person 3–7 Stunden anhalten.
Ja, zu viel Koffein kann Nervosität, Schlafstörungen, Herzrasen oder Magenprobleme verursachen.
Ja, eine leichte Gewöhnung ist möglich. Entzugssymptome wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit können auftreten.
In moderaten Mengen kann es Ausdauer, Konzentration und kurzfristige Leistungsfähigkeit steigern.
Ja, besonders wenn es nachmittags oder abends konsumiert wird, kann es das Einschlafen deutlich erschweren.
Quellen & Studien
Sport & Leistung (Originalquellen)
- Guest, N. S., VanDusseldorp, T. A., Nelson, M. T., Grgic, J., Schoenfeld, B. J., Jenkins, N. D. M., Arent, S. M., Antonio, J., & Stout, J. R. (2021). International society of sports nutrition position stand: caffeine and exercise performance. Sports Medicine, 51, 1–43. https://doi.org/10.1007/s40279-018-0939-8
- Haca-Bender, P., Woźniak, E., Kasielski, M., & Pietras, T. (2024). The Effect of Caffeine on the Physiological and Performance Parameters of Combat Sports Athletes: A Systematic Review. Nutrients, 16(24), 4257. https://doi.org/10.3390/nu16244257
Sicherheit & Richtlinien
- European Food Safety Authority (EFSA), Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). (2015). Scientific opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal, 13(5), 4102. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2015.4102
- Institute for Scientific Information on Coffee (ISIC). (o. J.). Coffee and IARC: What are the facts. Coffee and Health. https://www.coffeeandhealth.org/health/media-content/information-campaign/coffee-and-iarc-what-are-the-facts
Schlaf & Koffein
- Drake, C., Roehrs, T., Shambroom, J., & Roth, T. (2013). Caffeine effects on sleep taken 0, 3, or 6 hours before going to bed. Journal of Clinical Sleep Medicine, 9(11), 1195–1200. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24235903/
- Burke, T. M. (2015). Caffeine delays circadian rhythm and affects sleep timing. Science Translational Medicine, 7(285), 285ra61. https://doi.org/10.1126/scitranslmed.aac5125
- Lovato, N., & Lack, L. (2014). The effects of caffeine on sleep. PMCID: PMC4039055. National Institutes of Health. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4039055/
Neue aktuelle Quellen (2025–2026)
- Chen, Y.-S., Liu, X., Zhang, L., et al. (2026). Caffeine consumption and risk of dementia: A prospective cohort study of 131,821 participants over 43 years. JAMA. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/caffeine-dementia-2026
- Hachenberger, J., Li, Y.-M., Realo, A., & Lemola, S. (2025). The association of caffeine consumption with positive affect but not with negative affect changes across the day. Scientific Reports, 15, 28471. https://doi.org/10.1038/s41598-025-14317-0
- Mayo Clinic. (2025, Januar 30). Coffee and health: What does the research say? Mayo Clinic. https://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/expert-answers/coffee-and-health/faq-20058339

















