Faszienrolle und die richtige Richtung

Veröffentlicht in Faszien 16. März 2021

In welche Richtung die Faszienrolle gerollt werden sollte.

Die Frage, in welche Richtung beim klassischen Training mit der Faszienrolle gerollt werden sollte, wird selbst in Expertenkreisen immer wieder intensiv diskutiert. Die Aussagen reichen von „in alle Richtungen rollen“ über „nur zum Herz hin rollen.“ bis hin zu „Faszienrolle nur in eine Richtung rollen.“. Nach einer Internet-Recherche weißt du weniger als davor und bist verunsichert, was nun stimmt? Wir möchten eine möglichst objektive Sichtweise auf die Thematik “Faszienrolle und Roll-Richtung” werfen und unabhängig von Dogmen unsere Erfahrungen teilen. Wir arbeiten seit 2007, als die erste BLACKROLL® auf den Markt kam, mit den führenden Faszien-Forschern zusammen und haben einen ständigen Blick auf die Wissenschaft. In diesem Beitrag möchten wir unsere Meinung zum Thema Richtung bei der Selbstmassage mit der Faszienrolle teilen.

Um eine Aussage zu treffen, welche Rollrichtung korrekt ist, möchten wir vor allem zwei Aussagen unter die Lupe nehmen, die zu diesem Thema kursieren. Anhänger dieser beiden Hypothesen sind der Meinung, dass mit der Faszienrolle nur in eine Richtung gerollt werden sollte. Was ist dran an diesen Behauptungen?

Aussage 1: Es darf nur in Rückflussrichtung der Venen gerollt werden.

Diese Aussage bezieht sich vor allem auf die Faszienmassage der Beine. Es wird behauptet, dass ein übermäßiges Ausrollen in die Gegenrichtung der Venenklappen, also vom Herzen weg, schädlich sein soll und zu Krampfadern führen kann. Diese Hypothese ist allerdings von keiner wissenschaftlichen Studie bestätigt und beruht lediglich auf Annahmen. Wir gehen davon aus, dass eine Anwendung der Faszienrolle in beide Richtungen unbedenklich ist. Das Faszientraining wird schließlich nicht statisch, sondern dynamisch unter Bewegung durchgeführt. Der Blutfluss wird also nur für einen Moment begrenzt. Darüber hinaus rollen zahlreiche Leistungssportler schon seit Jahren täglich in beide Richtungen. Ein Sportler, der durch exzessives Rollen in beide Richtungen an einer Venenklappeninsuffizienz leidet, ist uns bisher aber nicht bekannt.

Aussage 2: Körperflüssigkeit sollte nur in eine Richtung angeschoben werden.

Einer der wichtigsten Effekte beim Faszientraining ist der Abtransport verbrauchter Flüssigkeiten und Stoffwechselprodukte. Wie bei einem Schwamm soll die verbrauchte Zellflüssigkeit ausgepresst werden, damit sich die Faszie wieder mit frischem, nährstoffreichem Saft füllen kann. Bei dieser Behauptung wird davon ausgegangen, dass ein hin und her rollen, die Gewebeflüssigkeit lediglich verteilt. Das Argument lautet, der Lymphfluss führt zur Körpermitte. Das Problem bei dieser Annahme ist, dass 90 Prozent des Wassers, das wir beim Faszientraining schwammartig auspressen, nicht entlang der Lymphrichtung, sondern entlang der Venen verläuft – also in alle Richtungen. Der führende deutsche Faszienforscher Dr. Robert Schleip geht davon aus, dass die Rollrichtung nur dann wichtig sein könnte, wenn sich entzündliche Botenstoffe im Bindegewebe befinden und man den Lymphfluss unterstützen möchte. Eine grundsätzliche Bearbeitung von rumpffernen Körperteilen hin zur Körpermitte ergibt aus dieser Perspektive durchaus Sinn. Dazu später mehr.

Wer sagt denn eigentlich, dass es nur zwei Rollrichtungen gibt?

Dass es bei der Diskussion um die Richtung beim Training mit der Faszienrolle immer nur um die Längsmassage geht, verwundert uns ein wenig. Das auch quer zum Muskelfaserverlauf oder in kreisenden Bewegungen massiert werden kann, steht nur selten zur Debatte. Bei BLACKROLL® sprechen wir von insgesamt acht Techniken der Selbstmassage. Diese Kombination aus Roll-, Akupressur- und Mobilisations-techniken nehmen Spannung aus der Faszie und machen das Gewebe allgemein geschmeidiger.

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Fazit: Faszienrolle in welche Richtung rollen?

Diese Frage beantworten wir gerne anhand des Ausrollens eines Pizzateigs. Bereiten wir eine Pizza zu, dann drücken, kneten, ziehen und rollen wir den Teig in alle Richtungen. Dieses zugegeben vereinfachte Bild können wir aber auch auf unser Fasziengewebe übertragen. Wie beim Ausrollen eines Teiges werden Verklebungen und Verhärtungen besser gelöst, wenn mehrfach über diese Stelle hin und her gerollt wird. Wenn du versuchst, ein Klümpchen in deinem Pizzateig mit deinem Nudelholz durch das Rollen in eine Richtung weich zu bekommen, wirst du länger brauchen, als wenn du den Teig schön in alle Richtungen bearbeitest. Auch unser Fasziennetz und unsere venösen Blutgefäße verlaufen in alle Richtungen. Wenn du Verklebungen lösen und den Abtransport verbrauchter Gewebsflüssigkeit fördern möchtest, solltest du deshalb bei der Faszienmassage mulitdirektional arbeiten – nach vorne, hinten, kreuz und quer.

Aufgrund der Körpersysteme, Lymphe, Venen und Nerven ist es dennoch sinnvoll, sich zur Körpermitte vorzuarbeiten. Wir machen das aber nicht, indem wir nur in eine Richtung rollen, sondern indem wir die jeweiligen Körperteile mit der Faszienrolle in verschiedene Richtungen von den rumpffernen Extremitäten zur Körpermitte hin bearbeiten. Damit berücksichtigst du auch den Aspekt des Flüssigkeitstransports.

Wichtig ist, dass du dir durch Unsicherheiten bezüglich der Richtung nicht die positiven Aspekte des Trainings mit der Faszienrolle verderben lässt. Die Effekte nach einer Selbstmassage-Einheit sprechen für sich.

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