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Schlafstörungen bei Kindern: Welche es gibt und was ihr dagegen tun könnt

veröffentlicht von Dr. med. Alfred Wiater in Schlaf am 01.12.2025 - aktualisiert am 10.02.2026
Dr alfred wiater experte fuer kinderschlafmedizin
Dr. med. Alfred Wiater

Dein Kind kann abends nicht einschlafen, wälzt sich nachts hin und her und wacht wie gerädert auf? Schlafstörungen bei Kindern sind leider nicht selten – etwa jedes vierte bis fünfte Kind hat phasenweise Schwierigkeiten mit dem Ein- oder Durchschlafen. Dabei ist guter Schlaf mehr als bloß Erholung: Er ist die Grundlage für gesunde Entwicklung, Konzentration und emotionales Wohlbefinden. Hier erfährst du, woran du eine Schlafstörung bei Kindern erkennst, welche Ursachen dahinterstecken können und wie du deinem Kind helfen kannst, besser zu schlafen.

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Warum ist guter Schlaf für Kinder so wichtig?

Während dein Kind schläft, arbeitet sein Körper auf Hochtouren. Im Schlaf wird das Wachstumshormon (Somatropin) ausgeschüttet, das Immunsystem gestärkt und Gelerntes im Gehirn verankert. Kinder haben daher einen deutlich höheren Schlafbedarf als Erwachsene: Je nach Alter brauchen sie zwischen neun und 14 Stunden Schlaf pro 24 Stunden (in den ersten Lebensjahren auch tagsüber). Neugeborene benötigen sogar ca. 17 Stunden. Der Schlafbedarf ist aber individuell unterschiedlich.

Wenn dein Kind Schlafprobleme hat, hat dies konkrete Auswirkungen:

  • Entwicklung und Wachstum: Im Tiefschlaf schüttet der Körper das Wachstumshormon aus. Chronischer Schlafmangel kann die körperliche Entwicklung beeinträchtigen.
  • Konzentration und Lernfähigkeit: Ausgeschlafene Kinder können sich besser konzentrieren, Informationen aufnehmen und verarbeiten. Symptome von Schlafmangel bei Kindern zeigen sich oft in Form von Unaufmerksamkeit oder Lernschwierigkeiten.
  • Emotionale Regulation: Kinder lernen erst mit der Zeit, ihre Gefühle zu regulieren. Übermüdete Kinder können ihre Gefühle jedoch oft nicht gut kontrollieren und sind häufig gereizter, empfindlicher oder hyperaktiv.
  • Immunsystem: Während des Schlafs regeneriert sich das Immunsystem. Kinder mit Schlafstörungen sind anfälliger für Infekte.

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Welche Schlafstörungen gibt es bei Kindern?

Unter einer Schlafstörung versteht man bei Kindern anhaltende Probleme mit der Quantität, Qualität oder dem Zeitpunkt des Schlafs. Medizinisch unterscheidet man zwei Hauptgruppen:

  • Organisch bedingte Schlafstörungen, wie Schlafapnoen oder das Syndrom der unruhigen Beine. Beide Störungen können bereits im Kindesalter auftreten und sollten frühzeitig behandelt werden.
  • Nicht organisch bedingte Schlafstörungen. Dazu zählen die Insomnien und die Parasomnien.
  1. Insomnien sind Einschlafstörungen und/oder Durchschlafstörungen oder zu frühes morgendliches Erwachen, einhergehend mit Beeinträchtigungen des Tagesverhaltens. Sie treten bei Säuglingen, Kleinkindern und auch größeren Kindern auf. Schlafprobleme werden zu einer chronischen Schlafstörung, wenn das Problem über einen längeren Zeitraum (mindestens einen Monat) regelmäßig mindestens an drei Nächten pro Woche auftritt.

  2. Parasomnien sind auffällige Verhaltensweisen während des Schlafs, wie Schlafwandeln, Nachtschreck (Pavor nocturnus) oder Albträume. Sie treten bei Kindern häufig auf, wobei die Prävalenz je nach Art und Alter zwischen drei und 34 Prozent liegt.

Doch nicht jedes nächtliche Aufwachen bei Kindern ist gleich eine behandlungsbedürftige Schlafstörung. Entwicklungsbedingte Schlafprobleme sind normal und vorübergehend. Von einer echten Störung sprechen Fachleute meist erst unter folgenden Voraussetzungen:

  • Dein Kind benötigt regelmäßig mehr als 30 Minuten zum Einschlafen.
  • Dein Kind wacht pro Nacht mehr als dreimal und jeweils über einen längeren Zeitraum auf.
  • Dein Kind ist beim nächtlichen Aufwachen länger als 30 Minuten wach.
  • Du, dein Kind und deine Familie sind durch die Situation deutlich belastet.
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Schlafstörungen bei Kindern: Symptome erkennen

Die Symptome von Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern sind vielfältig und unterscheiden sich auch abhängig vom Alter.

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Ursachen: Warum leidet mein Kind unter Schlafstörungen?

Um deinem Kind zu helfen, besser schlafen zu können, solltest du den Ursachen der Schlafstörung nachgehen. Die Gründe, warum Kinder nicht schlafen wollen oder können, sind vielfältig und oft altersabhängig. Grundsätzlich lassen sich aber immer wieder ähnliche Muster erkennen:

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Schlafstörungen bei Kindern nach Alter: Was ist typisch?

Kinder durchlaufen, bis sie erwachsen sind, viele Entwicklungsstufen. Dabei ändern sich auch die Schlafphasen deines Kindes. Schlafprobleme bei Kindern treten daher oft alterstypisch auf.

Altersspezifische Schlafprobleme

Schlafstörungen beim Kleinkind betreffen etwa 20 bis 25 Prozent der Kinder in der Altersgruppe von einem bis drei Jahren. Typisch sind:

  • Trennungsängste
  • Wehren gegen das Zubettgehen
  • häufiges nächtliches Aufwachen
  • Schlafstörung durch veränderte Tagesroutine (z. B. neues Geschwisterkind, neuer Job der Eltern)

Diese Muster aus der Kleinkindphase bleiben oft bestehen und bei Kindern ab drei Jahren kommen häufig hinzu:

  • intensiveres Traumerleben und erste Albträume
  • Nachtschreck (Pavor nocturnus)
  • Verweigerung des Mittagsschlafs trotz noch bestehendem Schlafbedarf

Was ist typisch, wenn dein Kind mit fünf oder sechs Jahren nicht einschlafen kann? Im Vorschulalter zeigen sich oft Ängste, etwa vor Dunkelheit, Monstern oder dem Alleinsein, viele Kinder versuchen auch, das Zubettgehen aufzuschieben. Wenn dein Kind um die sechs Jahre alt ist und nicht einschläft, kann zudem der bevorstehende Schulstart eine Rolle spielen.

Wenn dein Kind mit sieben oder acht Jahren nicht einschlafen kann, ist das oft verknüpft mit:

  • Schulstress und Leistungsdruck
  • sozialen Konflikten mit Mitschüler:innen
  • zu späten Bildschirmzeiten

Schlafstörungen bei Kindern um die acht Jahre treten auch oft durch erhöhte Anforderungen auf.

Dein Kind ist neun oder zehn Jahre und kann nicht einschlafen oder hat andere Schlafstörungen? Daran kann es liegen:

  • Zunehmende Selbstständigkeit: Konflikte über Schlafenszeiten

  • Peer Pressure: Wunsch nach Zugehörigkeit zu Gleichaltrigen (später aufbleiben wollen)
  • Beginn hormoneller Veränderungen

Mit ca. elf bis zwölf Jahren, kommen weitere Gründe hinzu, warum dein Kind nicht einschlafen kann oder andere Schlafstörungen hat:

  • deutliche Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus

  • Sogwirkung von Smartphone und Social Media
  • emotionale Achterbahnfahrten durch Hormone
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Wie kannst du Schlafstörungen bei Kindern vorbeugen oder reduzieren?

Wenn dein Kind nicht einschlafen kann oder andere Schlafprobleme hat, gibt es gute Nachrichten für euch: In den meisten Fällen lassen sich Schlafstörungen bei Kindern durch konsequente Veränderungen der Gewohnheiten und der Schlafumgebung deutlich verbessern.

Die optimale Schlafumgebung schaffen

Eine kindgerechte Schlafumgebung ist die Basis für erholsamen Schlaf:

  • Raumklima: 18 °C Raumtemperatur und regelmäßiges Lüften
  • Dunkelheit: verdunkelnde Vorhänge und möglichst keine elektronischen Geräte im Kinderzimmer
  • Ruhe: Störquellen wie tickende Uhren entfernen
  • Matratze: eine altersgerechte Matratze mit mittlerem bis leicht weichem Härtegrad (H2-H3), die druckentlastend wirkt und gleichzeitig ausreichend Stützkraft bietet. Ideal sind Matratzen mit hoher Punktelastizität wie Kaltschaum-, Latex- oder Viscoschaummatratzen. Ein verstellbarer Lattenrost erleichtert das Aufstehen und ermöglicht eine komfortable Liegeposition.
  • Bettdecken und Kissen: temperaturausgleichende und feuchtigkeitsregulierende Bettdecken in der richtigen Größe, die ggf. auch den Bedürfnissen bei empfindlicher Haut und Allergien entsprechen. Ab 4 Jahren empfehlen wir ein ergonomisches Kinderkissen.

Das RECOVERY PILLOW KIDS unterstützt die natürliche S-Form der Wirbelsäule und ist auf die anatomischen Bedürfnisse von Kindern abgestimmt.

Schlafhygiene: die Gewohnheiten rund ums Schlafen

Schlafhygiene bezeichnet alle Verhaltensweisen, die gesunden Schlaf fördern. Sie ist besonders wichtig bei Schlafstörungen bei Kleinkindern oder älteren Kindern:

  • Bett ist zum Schlafen da: Vermeide Spielen oder Hausaufgaben im Bett.
  • Konsistenz: Halte Routinen auch an schwierigen Tagen ein.
  • Geduld: Neue Gewohnheiten brauchen Zeit – oft zwei bis drei Wochen.
  • Schlafmittel und medizinische Hilfe: Auch wenn der Gedanke aufkommt: Schlafmittel für Kinder sind keine Dauerlösung. Die meisten Schlafstörungen bei Kindern haben verhaltensbedingte Ursachen, nicht medizinische. Gib deinem Kind niemals ohne ärztliche Rücksprache Schlafmittel – auch keine pflanzlichen Präparate. Suche ärztlichen Rat, wenn die Schlafprobleme bei deinem Kind trotz konsequenter Maßnahmen über mehr als 4 Wochen bestehen, dein Kind laut schnarcht oder Atemaussetzer hat, oder wenn extreme Tagesmüdigkeit den Alltag stark beeinträchtigt. Geeignete Ansprechpartner sind Kinderärzt:innen oder schlafmedizinische Ambulanzen.
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Die 7 wichtigsten Tipps gegen Schlafprobleme

  1. Feste Schlafenszeiten: Regelmäßigkeit ist der Schlüssel. Begleite dein Kind jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett – auch am Wochenende.
  2. Beruhigende Abendroutine: Ein vorhersehbares Ritual signalisiert: „Jetzt ist Schlafenszeit.“ Gestalte die letzten 30 bis 60 Minuten ruhig – Zähne putzen, Geschichte vorlesen, über den Tag sprechen.
  3. Bildschirmzeit reduzieren: Das blaue Licht unterdrückt die Melatoninproduktion. Medienkonsum ist ein zunehmend bedeutsamer Faktor für Ein- und Durchschlafstörungen bei Kindern. Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollten alle Bildschirme aus sein.
  4. Bewegung am Tag: Achte darauf, dass dein Kind sich tagsüber ausreichend bewegt – mindestens eine Stunde moderate bis intensive Bewegung. Die letzte intensive Aktivität sollte mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen stattfinden.
  5. Richtige Ernährung: Die letzte Hauptmahlzeit sollte mindestens ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen stattfinden. Auf zuckerhaltige Getränke sollte verzichtet werden.
  6. Entspannungsübungen: Einfache Atemübungen, kindgerechte progressive Muskelentspannung oder Fantasiereisen helfen, wenn dein Kind nicht einschlafen kann oder gedanklich noch sehr aktiv ist.
  7. Ängste ernst nehmen: Wenn dein Kind Ängste hat, schaffe Sicherheit – gemeinsam sprechen, emotional verfügbar sein, Nachtlicht anbieten oder ein Kuscheltier als „Beschützer“.
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Häufig gestellte Fragen zu Schlafstörungen bei Kindern

Von einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung spricht man, wenn ein Kind über mindestens einen Monat hinweg regelmäßig (mindestens 3 Nächte pro Woche) Probleme beim Ein- oder Durchschlafen hat und dies Kind und Familie deutlich belastet. Typische Anzeichen sind: mehr als 30 Minuten Einschlafzeit, häufiges nächtliches Aufwachen und Tagesmüdigkeit oder auch unkonzentriert/hyperaktives Verhalten. Entwicklungsbedingte Schlafprobleme bei Babys und Kleinkindern sind hingegen normal und meist vorübergehend.

Der Schlafbedarf variiert je nach Alter: Kleinkinder benötigen durchschnittlich etwa 13 bis 13,5 Stunden, Vorschulkinder ca. 11,5 bis 12,5 Stunden, Grundschulkinder etwa 9 bis 11 Stunden und Jugendliche ca. 8 bis 10 Stunden Schlaf pro Tag. Wichtig ist aber auch die individuelle Spanne: Bei Zweijährigen schwankt der Bedarf beispielsweise zwischen ca. 11 und 16 Stunden. Entscheidend ist, ob dein Kind tagsüber fit und ausgeglichen ist.

Wenn dein Kind nicht einschlafen kann, hilft vor allem Konsistenz: Etabliere feste Schlafenszeiten und eine beruhigende Abendroutine. Vermeide Bildschirmzeit mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen und sorge für ausreichend Bewegung am Tag. Optimiere die Schlafumgebung (Temperatur 18 °C, abgedunkelter Raum) und nimm Ängste ernst.

Schlafmittel für Kinder sollten nur in Ausnahmefällen und nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden. Die meisten Schlafstörungen bei Kindern haben verhaltensbedingte Ursachen, die durch Medikamente nicht behoben werden können. Stattdessen sind Verhaltensänderungen, verbesserte Schlafhygiene und Entspannungstechniken die bessere Wahl. Auch pflanzliche Präparate solltest du nicht eigenständig verabreichen – sprich immer erst mit medizinischen Fachpersonen.

Ärztlichen Rat solltest du einholen, wenn die Schlafstörungen bei deinem Kind trotz konsequenter Maßnahmen über mehr als 4 Wochen bestehen, dein Kind laut schnarcht oder Atemaussetzer hat, ungewöhnliche nächtliche Symptome wie Verkrampfungszustände zeigt oder die Tagesmüdigkeit den Alltag stark beeinträchtigt oder sich Schulleistungen deutlich verschlechtern. Auch bei Verhaltensauffälligkeiten wie Aggression oder sozialem Rückzug ist professionelle Hilfe sinnvoll. Ansprechpartner sind Kinderärzt:innen oder schlafmedizinische Ambulanzen.

Studien & Quellen

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. (2022). Schlafstörungen bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen: Patientenratgeber der DGSM. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. https://www.dgsm.de/fileadmin/patienteninformationen/ratgeber_schlafstoerungen/10_DGSM-Schlafstoerungen-bei-Kindern_barrierefrei.pdf

Mindell, J. A., & Owens, J. A. (2015). A clinical guide to pediatric sleep: Diagnosis and management of sleep problems (2nd ed.). Philadelphia, PA: Wolters Kluwer.

Mindell, J. A., Kuhn, B., Lewin, D. S., Meltzer, L. J., Sadeh, A., & American Academy of Sleep Medicine (2006). Behavioral treatment of bedtime problems and night wakings in infants and young children. Sleep29(10), 1263–1276.

Schlarb, A. A., Liddle, C. C. J., & Hautzinger, M. (2011). Sleep problems in German children and adolescents: A self-report survey. Child Psychiatry and Human Development, 42(5), 593–605.